Globale Finanzkrise erfasst Mittelstand

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Flächendeckend sinkende Umsätze, Personalabbau und eine Verschlechterung der Kreditkonditionen befürchten deutsche Mittelständler als  Folge der Finanzmarktkrise für das kommende Jahr. Dies ergab eine aktuelle Umfrage unter mittelständischen Unternehmen der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

Zwei Drittel der Befragten erwarten für das kommende Jahr stagnierende oder sinkende Umsätze. Damit schätzt der Mittelstand die Folgen der Finanzkrise deutlich gravierender ein als noch vor einem halben Jahr. In der damaligen PwC-Umfrage sahen sich 54 Prozent der Mittelständler überhaupt nicht von der Finanzkrise betroffen, heute sagen dies nur noch 28 Prozent. Insgesamt befürchtet etwa jeder sechste mittelständische Betrieb (15 Prozent) auf Sicht der kommenden zwölf Monate einen Personalabbau.

Im Fokus steht nun auch die Kapitalausstattung. Insgesamt glaubt knapp jeder zweite Mittelständler, dass er sein Finanzierungskonzept in den kommenden zwölf Monaten überdenken muss. Im März war erst jedes fünfte Unternehmen dieser Ansicht. „Von einer allgemeinen Kreditklemme kann im Mittelstand zwar noch keine Rede sein. Allerdings zeigt die Umfrage, dass die Banken beginnen, kleinere Unternehmen mit überschaubarem Finanzbedarf und transparenteren Risiken zu bevorzugen", kommentiert Norbert Winkeljohann, Mitglied des PwC-Vorstands und Leiter des Bereichs Mittelstand.

So berichten von den größeren Unternehmen mit Jahresumsätzen über 250 Millionen Euro rund 35 Prozent über eine Verschlechterung ihrer Kreditkonditionen. Jeder dritte Befragte befürchtet zudem eine Kürzung seiner Kreditlinie. Bei den kleineren Mittelständlern mit weniger als 50 Millionen Euro Jahresumsatz haben sich die Finanzierungsbedingungen nur bei 13 Prozent der Befragten verschlechtert, eine Kürzung der Kreditlinie hält nur jedes fünfte Unternehmen für denkbar.

Gut die Hälfte der Befragten (54 Prozent) erwartet als Folge der Finanzkrise mehr Übernahmen im Mittelstand. Die eingetrübten Geschäftserwartungen schlagen sich auch in der Investitionsplanung nieder. Insgesamt wollen 44 Prozent der Mittelständler geplante Investitionen vorerst aussetzen. Einschnitte bei Forschung und Entwicklung erwägen demgegenüber nur 12 Prozent der Befragten.

An der Umfrage beteiligten sich 518 mittelständische Unternehmen in Deutschland, von denen gut die Hälfte weltweit mehr als 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Befragung fand Mitte November 2008 statt.

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