Globaler Ausblick 2015 von Edmond de Rothschild Der Dominoeffekt der US-amerikanischen Wirtschaft
Aktien
2015 wird für die Aktienmärkte ein weiteres positives Jahr. Das Umfeld ist in diesem Jahr allerdings etwas weniger solide. Wir beginnen das Jahr mit einer Präferenz für Europa und Japan, da die Zentralbanken mit ihrer expansiven Geldpolitik die Märkte weiterhin unterstützen sollten.
In Europa werden die Unternehmensergebnisse 2015 das Wachstum fördern und die Indizes in die Höhe treiben. Erfolgreich werden in einem allgemein schwierigen Umfeld die Unternehmen sein, denen es gelingt, (i) sich neu aufzustellen, (ii) Risiken der mikroökonomischen Deflation in bestimmten Branchen gegenzusteuern und (iii) vorhandene liquide Mittel zur Finanzierung von Akquisitionen zu nutzen. Ob ein Unternehmen rentabel ist oder nicht, wird davon abhängen, ob es ihm gelingt, Preise stabil zu halten.
In den USA konzentrieren wir uns auf Finanzwerte, zyklische Werte – deren relative Bewertungen Ende 2014 trotz der stabilen Wirtschaftslage deutlich gefallen sind – und inländische Titel. Die Erholung des Arbeitsmarktes und der Rückgang des Ölpreises fördern unserer Ansicht nach die Entwicklung des Binnenkonsums.
Angesichts der strukturellen Unterschiede zwischen den Regionen müssen Anleger bei Investitionen in Schwellenländer auch 2015 sehr selektiv vorgehen. Wir stehen Investitionen in Indien sehr positiv gegenüber und suchen nach Anlagechancen in China. Wir werden uns jedoch weiterhin von Ländern fernhalten, die sich gerade in einer Rezession befinden oder in denen die Geldpolitik verschärft wird.
Fazit
2014 war das Jahr, in dem die Erholung der US-Wirtschaft nach langem Zögern endlich an Fahrt aufnahm. Im Jahr 2015 dürfte die US-Wirtschaft auch das Wachstum in anderen wichtigen Regionen fördern, während diese gleichzeitig von den Vorteilen des Ölpreisabsturzes und der Abwertung ihrer Währungen gegenüber dem US-Dollar profitieren. Der historische Konjunkturverlauf zeigt, dass globale Erholungsbewegungen immer in den USA beginnen und enden.
Angesichts des großen Störpotenzials dürfte künftig aber wohl nicht alles so glatt laufen. Der Anstieg des Dollarkurses kann in Schwellenländern durchaus wirtschaftliche und finanzielle Probleme auslösen. Die Geschwindigkeit des Ölpreisabfalls kann Unternehmen in der Branche sowie nicht ausreichend diversifizierte ölproduzierende Länder in die Insolvenz treiben.
Und schließlich folgen politische, finanzielle und konjunkturelle Entwicklungen in der Regel nicht dem gleichen Schema. Mangelnde öffentliche Unterstützung kann jedoch im Wahlkampf die europäischen Institutionen schwächen, so dass alle drei Faktoren sich gemeinsam in die falsche Richtung entwickeln.
Wir sollten uns deshalb auf Unternehmen konzentrieren, die für die nächste Wachstumsphase sorgen werden. Schließlich war die neu belebte Rentabilität der Unternehmen auch in den USA von zentraler Bedeutung für die Erholung der Wirtschaft. Deutlich geringere finanzielle Belastungen und Energiekosten in Kombination mit der Abwertung des Euro dürften Ertragssteigerungen bei den großen europäischen Konzernen 2015 zusätzlich unterstützen – eine Grundvoraussetzung für einen Wiederanstieg der Investitionstätigkeit.
Wir bevorzugen deshalb Aktien gegenüber Anleihen und Kreditrisiken gegenüber Zinsrisiken.
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