Allerdings ist auch in den Industriestaaten einiges in diesem Bereich zu tun: Die USA und Kanada dürften in den kommenden Jahren laut OECD kaum weniger als China in ihre Elektrizitätsanlagen investieren (vgl. Schaubild 9). Als wichtigster Grund für den hohen Investitionsbedarf sind hier Versäumnisse in der Vergangenheit zu nennen, vorhandene Anlagen ausreichend in Stand zu halten bzw. Ersatzinvestitionen zu tätigen.  Weltwirtschaft: Jahrzehnt boomenden Wachstums? Die zunehmende Integration der Schwellenländer in eine globalisierte Wirtschaft, damit verbundenen Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen, steigende Einkommen in den aufholenden Nationen und der Nachholbedarf im Infrastrukturbedarf, diese Faktoren führen zu Zeit dazu, dass die Weltwirtschaft so kräftig wächst wie schon lange nicht mehr. Betrachtet man den Durchschnitt der Jahre 2000-2007 – in diesen Zeitraum fällt die letzte Rezession in den USA – war das weltwirtschaftliche Wachstum nur in den fünfziger und siebziger Jahren höher. Die genannten Faktoren dürften auch in den kommenden Jahren das Wachstum der Weltwirtschaft begünstigen. Natürlich entstehen gleichzeitig auch Risiken wie wachsende Leistungsbilanzdefizite in einigen großen Industriestaaten, aber die Chancen stehen nicht schlecht, dass dieses Jahrzehnt zu den besten der letzten Sechzig Jahren wird.
Innovation als Ausweg Bei der bisherigen Betrachtung wurde ein Schwerpunkt auf übergelagerte makroökonomische Trends wie Globalisierung, technischer Fortschritt und damit verbunden die Verlagerung von Fertigungsprozessen und Dienstleistungen ins Ausland (Offshoring) gelegt. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen erscheint es sinnvoll,zu fragen, welche Strategien große Unternehmen verfolgen, auf die genannten Herausforderungen zu reagieren. Die Konzentration auf das wesentliche, z.B. durch Auslagerung von Randbereichen ist der eine Weg, der andere ist, sich als Unternehmen durch Innovative Produkte eine Nische zu schaffen, in der es sich gut leben lässt (siehe Schaubild 11). Bereits Ende der neunziger Jahre wurde von strategischen Unternehmensberatungen die Innovationskraft von Unternehmen als Schlüsselfaktor im Kampf um Marktführerschaft identifiziert. Und Innovation müssen nicht zwingend mit neuen Produkten gleichgesetzt werden. Eine Reihe von Unternehmen hat es in den letzten Jahren beispielsweise geschafft durch innovative Prozesse die Kostenführerschaft in der eigenen Branche zu erreichen. Und auch Patente auf kleine Veränderungen bereits bestehender Produkte verhelfen den jeweiligen Unternehmen zu Pioniergewinnen und höheren Gewinnmargen. Innovation ist eine offensive Antwort auf den zunehmenden Globalisierungsdruck. Und in der jüngeren Vergangenheit hat sich gezeigt, dass innovative Unternehmen ein im Durchschnitt stabileres und höheres Umsatz- sowie Gewinnwachstum aufwiesen, was sich übrigens häufig auch in einer dem Gesamtmarkt überlegenden Kursentwicklung widerspiegelt. Auch wenn die Vergangenheit kein Garant für die Zukunft ist, spricht dennoch einiges dafür, dass es sich auszahlt sich bei der Aktienauswahl auf besonders innovative Unternehmen zu konzentrieren, denn diese verfügen häufig über den Schlüssel zum Erfolg in einer sich immer schneller drehenden Wirtschaftswelt. Video-Interview zum Thema: http://www.allianzglobalinvestors.de/broadcast/allianz-bric-equity-konstantinov-mit-naumer.wmv Der Autor: Hans-Jörg Naumer ist Chefanalyst bei Allianz Global Investors (AGI).