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Detlef Glow

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Glows Gedanken: Aufgepasst bei den neuen Spielern am ETF-Markt

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Das rasante Wachstum der ETF-Branche in den vergangenen Jahren wirkt anziehend - vor allem auf Finanzdienstleister, die endlich auch davon profitieren wollen. Ob das auch bei kleinen beziehungsweise branchenfremden Anbietern funktioniert, versuchen mit Marshall Wallace LLP und C-Quadrat gerade zwei Vermögensverwalter herauszufinden. Obwohl beide Anbieter im großen ETF-Markt mit überzeugenden Alleinstellungsmerkmalen punkten können, sollten Anleger die Angebote genau prüfen. Während es sich bei Marshall Wallace um einen erfolgreichen Londoner Hedgefondsanbieter handelt, ist C-Quadrat aus Wien auf computergesteuerte Absolute-Return-Strategien spezialisiert. Die Marktstrategien dieser beiden Anbieter sind genauso unterschiedlich wie ihre Herkunft. Marshall Wallace LLP hat Anfang März mit dem TOPS Global Alpha ETF als erster Hedgefonds-Anbieter einen ETF in London und Frankfurt gelistet, bei dem ein Korb aus den eigenen Hedgefonds den Basiswert darstellt. C-Quadrat liefert hingegen ein quantitatives Modell, mit dessen Hilfe die Deutsche Börse künftig mehrere Indizes als Basiswerte für ETFs berechnen soll. Auch die Geschäftsmodelle beider Anbieter sind verschieden. Während Marshall Wallace LLP den ETF nutzen möchte, um das verwaltete Vermögen in den unterliegenden Hedgefonds zu steigern, scheint die C-Quadrat mit ihrem Markteintritt ein für sie neues Geschäftsfeld zu eröffnen. Dabei muss man beachten, dass die Gesellschaft noch Anfang des Jahres zum Verkauf stand - allerdings ist der Interessent vor ein paar Wochen abgesprungen. Insofern bleibt abzuwarten, wie sich der Auf- und Ausbau dieses Geschäftsfeldes unter einem neuen Eigentümer gegebenenfalls entwickeln wird.

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C-Quadrat hat bislang ausschließlich aktiv gemanagte Fonds aufgelegt und daher noch keine eigene ETF-Infrastruktur. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie die ETFs auf ihre Indizes nicht über ihre eigene Kapitalanlagegesellschaft auflegt, sondern zumindest für das erste Produkt auf einen Drittanbieter zurückgreift. Allerdings verwundert es schon, dass man sich nicht für alle geplanten Produkte auf einen Partner als ETF-Anbieter festlegen will. 
   
Die Anbieter dürften an ihren Erstprodukten gut verdienen

Dass sich die neuen Geschäftsfelder für die beiden Anbieter lohnen können, zeigt ein Blick auf die jeweiligen Kosten. Die Verwaltungsvergütung beim Marshall-Wallace-Produkt erscheint mit 15 Basispunkten auf den ersten Blick günstig. Doch eine genauere Analyse der Kosten zeigt, dass zu der Verwaltungsvergütung noch 150 Basispunkte als Managementvergütung für die unterliegenden Hedgefonds sowie eine erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 20 Prozent des Mehrertrags gegenüber dem Vergleichsindex kommen. Somit liegen die Gesamtkosten dieses Produktes zwar in Bezug auf Hedgefonds im normalen Bereich, für einen ETF sind sie aber eher hoch.

Ähnlich verhält es sich auch beim ersten C-Quadrat-Index, auf den in etwa zwei Monaten ein ETF folgen soll: Während die Verwaltungsvergütung für den ETF noch nicht feststeht, belaufen sich die im Index verrechneten Kosten auf 100 Basispunkte. Mit dieser Kostenbelastung liegt das Produkt schon jetzt im Bereich anderer aktiver Manager und ist damit als ETF verhältnismäßig teuer. Zwar sieht die bisherige Wertentwicklung in Form von Rückrechnungen sehr gut aus. Dennoch bleibt aber abzuwarten, ob die zugrunde liegenden Modelle diesen Mehrwert auch in den realen Märkten liefern können.

Es ist davon auszugehen, dass die beiden hier beschriebenen Eintritte in den ETF-Markt nicht die letzten waren - insbesondere dann, wenn diese erfolgreich sein sollten. Denn schließlich wirkt Erfolg insbesondere in der Finanzbranche sehr anziehend und ruft schnell Nachahmer auf den Plan. Insgesamt betrachtet, sind solche Markteintritte nichts Schlechtes. Allerdings sollten sich Investoren, die sich für solche Produkte interessieren, die einzelnen Angebote genau anschauen und dabei auch auf die Nachhaltigkeit des dahinter stehenden Geschäftsmodells achten.



Für den Inhalt der Kolumne ist allein der Verfasser verantwortlich. Der Inhalt gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder, nicht die von Thomson Reuters

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