Glows Gedanken: ETF-Anbieter müssen für alternative Methoden offen sein
Anbieter replizierender Produkte wiesen auf Roadshows und in den Medien auf die Kontrahentenrisiken Swap-basierter ETFs hin. Die Emittenten von Swap-Produkten konterten mit dem Argument, dass replizierende Fonds Wertpapiere vorübergehend an andere Marktteilnehmer ausleihen würden, um so Zusatzerträge zu generieren. Zudem würden replizierende Fonds Zertifikate zur Optimierung von Dividenden einsetzen. Also sei auch dort keinesfalls immer das im Portfolio, was der Anleger vermute. Diese Auseinadersetzung wurde zum Teil heftig geführt. Sie erreichte ihren Höhepunkt nach der Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers, als das Kontrahentenrisiko am Finanzmarkt in aller Breite diskutiert wurde.
DER FONDS
Andererseits sind einige Investoren wegen der Diskussion um Kontrahentenrisiken so verunsichert, dass sie nur in replizierende Produkte investieren wollen. Andere wählen nur replizierende Produkte, weil diese in einigen Fällen steuerliche Vorteile bieten.
Daher wundert es mich nicht, dass die Commerzbank voll replizierende ETFs auf den Dax und den Euro Stoxx 50 angekündigt hat. Oder dass die Credit Suisse vergangene Woche erklärte, sie wolle künftig auch Swap-basierte ETFs anbieten. Selbst die Deutsche Bank, die in ihren Roadshows nicht müde wurde, die Vorteile der Swap-Methode zu betonen, denkt über replizierende Produkte nach.
Den Investoren kommt es auf eine möglichst effiziente Art der Indexnachbildung an. Dazu gehört die Genauigkeit der Indexabbildung ebenso wie die Berücksichtigung steuerlicher oder ausschüttungsorientierter Aspekte. Glücklicherweise scheint es so, als hätten die Anbieter dies inzwischen verstanden.
Künftig werden die Investoren bei vielen Anbietern zwischen mehreren Abbildungs- und Ausschüttungsarten für einen Index wählen können. Damit dürfte sich die Anzahl der ETFs weiter erhöhen, aber letztlich sollte dies den Anlegern zugute kommen.
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