In Europa findet offenbar ein struktureller Wandel statt, denn der Kontinent stockt seine Verteidigungskapazitäten und -ausgaben auf. Parallel dazu werfen der Handelskonflikt der USA mit China, die Fragmentierung der Weltwirtschaft und die sich verändernden Wachstums- und Inflationstreiber neue Fragen für Anleger auf.
Die USA haben Europa dazu aufgerufen, seine Verteidigungsausgaben von rund 2 Prozent des BIP auf 5 Prozent zu erhöhen. Angesichts wachsender geopolitischer Bedrohungen bahnt sich hier ein tiefgreifender Wandel an: Die Europäische Union plant, im Rahmen des „ReArm Europe“-Plans bis zu 800 Milliarden Euro für Verteidigungszwecke zu mobilisieren (Quelle: International Institute for Strategic Studies, IISS, Februar 2025). Deutschland hat ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für Infrastrukturvorhaben beschlossen und wird zudem künftig Verteidigungsausgaben über 1 Prozent des BIP von der Schuldenbremse ausnehmen.
Die geopolitischen Entwicklungen, insbesondere der Russland-Ukraine-Krieg und der Krieg im Nahen Osten, haben gezeigt, wie wichtig diversifizierte Portfolios und sichere Anlagen sind. Gold profitiert davon besonders. Wir erwarten, dass Zollunsicherheiten und Sorgen über das Haushaltsdefizit der USA solche Vermögenswerte bei Anlegern noch beliebter machen.
„Handelsunsicherheiten und volatile Märkte unterstreichen die Vorteile diversifizierter Anlagen wie Gold.“ – Tom Holl, Portfoliomanager, BlackRock Fundamental Equities
Seit Langem werden Gold und Goldaktien als wichtige Diversifikatoren genutzt. Für den jüngsten Anstieg des Goldpreises scheint vor allem die Nachfrage der Zentralbanken verantwortlich zu sein. Anleger steigen erst seit Kurzem wieder in den Markt ein (basierend auf physisch besicherten Gold-ETF-Beständen in den fünf Jahren bis 31. Mai 2025, LSEG), was auf ihre Unterallokation in das gelbe Edelmetall hinweisen könnte. Aktuell liegt der Goldpreis erheblich über den Produktionskosten, was Goldaktien im nächsten Jahr deutlichen Auftrieb geben könnte.
FinTech und Kryptowährungen könnten potenzielle Profiteure der Deregulierung im Banken- und Finanzwesen sein, und wir erwarten, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. In den letzten Monaten haben die Regulierer vor allem in den USA und in Großbritannien daran gearbeitet, die Einsatzmöglichkeiten von Kryptowährungen und den Zugang zu digitalen Zahlungsplattformen zu erweitern.
Der strategische Wettlauf um die Technologieführerschaft zwischen den USA und China war in den vergangenen Jahren der Grund für viele Handelsbeschränkungen und Zölle. Da die USA und China eigene Lieferketten aufbauen und bei KI, Elektrofahrzeugen und anderen wichtigen Technologien die Führung übernehmen oder behaupten wollen, sehen wir Chancen für Unternehmen, die von diesen Trends profitieren könnten. In China beobachten wir einen rasanten Ausbau der digitalen Infrastruktur und eine Zunahme der KI-Innovationen, wobei die Regierung heimische Marktführer in den Bereichen Halbleiter, Cloud, Software-Plattformen und Betriebssysteme unterstützt.
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