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World Gold Council Gold hält der zunehmenden globalen Unsicherheit stand

Goldbarren im Tresor des Münchner Goldhändlers Pro Aurum
Goldbarren im Tresor des Münchner Goldhändlers Pro Aurum: Das Edelmetall bleibt als sicherer Hafen gefragt. | Foto: imago images / photothek

Das Gold in geopolitisch und wirtschaftlich unsicheren Zeiten gefragt ist, unterstreicht dessen Stellenwert als sicherer Hafen für Anleger. Geopolitische Krisen haben jüngst die weltweite Wirtschaft schwer belastet und das Interesse nach dem gelben Edelmetall wiederbelebt. Dadurch ist der Goldpreis im März kurzzeitig auf 2070 US-Dollar pro Unze und damit fast auf ein Allzeithoch gestiegen.

Der jüngste Bericht zur Entwicklung der Goldnachfrage des World Gold Council zeigt, dass Gold-ETFs mit 269 Tonnen die stärksten vierteljährlichen Zuflüsse seit dem dritten Quartal 2020 verzeichnen konnten. Damit wurde der Nettoabfluss von 173 Tonnen im gesamten Jahr 2021 mehr als ausgeglichen, was teilweise auf den steigenden Goldpreis zurückzuführen ist. Die Nachfrage nach Goldbarren und Münzen lag bei 282 Tonnen und damit elf Prozent über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Dennoch haben erneute Lockdowns in China und hohe Preise in der Türkei zu einem Rückgang von 20 Prozent gegenüber dem sehr starken ersten Quartal 2021 geführt.

Im Schmucksegment ist die weltweite Nachfrage nach Gold im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozent auf 474 Tonnen gefallen, hauptsächlich aufgrund der geringeren Nachfrage in China und Indien. Die gute Entwicklung in China während der dortigen Neujahrsfestzeit wurde später durch Covid-19 Ausbrüche im Februar und März gedämpft, denn im Zuge der Zero-Covid-Politik der chinesischen Regierung folgten strikte Lockdowns. Das hat sich auf die Lieferketten im Elektroniksektor ausgewirkt.

Die Nettokäufe durch Zentralbanken haben sich gegenüber dem Vorquartal mehr als verdoppelt. Die staatlichen Goldreserven wurden im ersten Quartal 2022 um über 84 Tonnen aufgestockt, vornehmlich durch Länder wie Ägypten und die Türkei. Obwohl der Goldkurs im Vergleich zum ersten Quartal 2021 um 29 Prozent zurückgegangen ist, setzen die Zentralbanken weiterhin auf die Qualitäten von Gold in unsicheren Zeiten.

Die Gesamtnachfrage nach Gold ist im Jahresvergleich um 4 Prozent gestiegen. Auslöser war die starke Minenproduktion von 856 Tonnen. Darüber hinaus wurde im Vergleich zum Vorjahr als Reaktion auf die gestiegenen Goldpreise 15 Prozent mehr Gold recycelt.

Louise Street, Senior Analyst Emea beim World Gold Council, sagt dazu: „Das erste Quartal 2022 war turbulent und gezeichnet von geopolitischen Krisen, Lieferkettenproblemen und steigender Inflation. Diese globalen Ereignisse und Marktbedingungen haben den Status von Gold als sichere Anlage dank seiner einzigartigen Stellung als Anlagenklasse mit Doppelfunktion nochmals gestärkt, nicht nur für Anleger, sondern auch für Endverbraucher. Angesichts der aktuellen Marktdynamiken wird die Investitionsnachfrage voraussichtlich weiterhin hoch bleiben“.