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in AnalysenLesedauer: 7 Minuten

Marktausblick Gold, Immobilien, Dividenden-Aktien? Wie man sich für 2023 am besten rüstet

Investitionen in Erneuerbare Energien werden 2023 wichtiger
Glen Canyon Dam Staudamm: Öffentliche und private Investitionen werden zukünftig in Infrastrukturprojekte fließen, bei denen es um den Aufbau einer Infrastruktur für Erneuerbare Energien, um Stromnetze, Wasser und Transportwege geht. | Foto: IMAGO Images / imagebroker

Anleger sollten im neuen Anlagejahr von weiteren kräftigen Schwankungen ausgehen. Viele Analysten halten für das erste Halbjahr weltweit eine Rezession für möglich. Bisher haben sich Wirtschaft und Arbeitsmarkt sehr robust gezeigt. Jedoch lähmen die explodierenden Energie- und Rohstoffpreise, historisch hohe Inflationsraten mit entsprechend anziehenden Zinssätzen und vor allem die Angst vor einer Eskalation des russischen Angriffskrieges in der Ukraine den Konsum und die Investitionsbereitschaft. Eine drohende Annexion Taiwans durch China und die Folgen der Corona-Pandemie verunsichern zudem die Märkte.

Die US-Rentenmärkte signalisieren aktuell bereits durch eine inverse Zinsstruktur eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es in den nächsten Monaten weltweit zu einer Rezession kommen könnte.

Spannende Zeiten!

Die konjunkturellen Signale, die wir von Unternehmern und Firmen gemeldet bekommen, sind zwar von Branche zu Branche unterschiedlich, klingen jedoch unverändert sehr zuversichtlich.

Konjunktur 2023 - Rezession in Anmarsch, wirklich?

Engpässe bei Energie, Vorprodukten und Arbeitskräften belasteten die Produktion und trieben die Inflation in 2022 auf Rekordhöhen. Dies wird sich laut ifo-institut im Jahr 2023 ändern.

Burkhard Wagner © Partners AG

Nach deren Einschätzung sollte sich die Inflationsrate normalisieren und in 2023 auf 6,4 und in 2024 auf 2,8 Prozent fallen. Das Institut sieht das Bruttoinlandsprodukt im Winterhalbjahr 2022/23 schrumpfen und die deutsche Wirtschaft damit in eine Rezession geraten.

Ab dem Frühjahr 2023 dürfte sich die Konjunktur dann erholen und die Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte mit kräftigeren Raten zulegen, wenn die Einkommen wieder stärker steigen als die Preise.

Alles in allem geht das ifo-Institut davon aus, dass das Bruttosozialprodukt im Jahr 2023 geringfügig um 0,1 Prozent schrumpfen wird. Im Jahr 2024 sollte der Zuwachs dann wieder bei 1,6 Prozent liegen.

Wird der Zinsanstieg eingestellt?

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht den Inflationspeak überschritten und geht im Jahresdurchschnitt von einer sechsprozentigen Inflationsrate aus. Dennoch sieht IW-Chef Martin Hüther für 2023 ein wirtschaftlich herausforderndes Jahr – vor allem für energieintensive Branchen, Bauwirtschaft und Handwerk. Von 49 befragten Verbänden beurteilen laut IW 39 die aktuelle Lage ihrer Unternehmen schlechter als noch vor einem Jahr.

Düstere Aussichten - die Lage hat sich damit wirklich eingetrübt.

Außerdem sieht der IW-Chef weitere Zinserhöhungen durch die EZB, jedoch ein nachlassendes Erhöhungstempo. Auch in USA stieg die Inflationsrate auf zuletzt 7,1 Prozent. Die Ex- Notenbank-Chefin und heutige Finanzministerin Janet Yellen sieht für 2023 eine „substanzielle Reduzierung“. Dies dürfte der Notenbank FED im Laufe des Jahres gute Möglichkeiten bieten, den Zinsanstieg zuerst zu verlangsamen und eventuell völlig einzustellen.

Aktien mit Preissetzungsmacht empfehlenswert

Eine Trendumkehr zu fallenden Zinsen ist bei einer ausgeprägten Rezession nicht auszuschließen. Im Zuge dessen wird unseres Erachtens auch die EZB im Jahresverlauf sukzessive von weiteren Zinserhöhungen Abstand nehmen. Hierbei empfehlen sich als „Basisinvestment“ Aktien defensiver Unternehmen, die durch ihre Marktführerschaft über eine gewisse Preissetzungsmacht verfügen.

 

Im Laufe des Jahres 2023 und einer eventuell stattfindenden Konjunkturaufhellung lassen sich auch wieder zyklischere Titel mit beimischen. Die zuletzt überdurchschnittlich gefallenen Kurse der US-Technologiekonzerne stellen unseres Erachtens nach derzeit wieder attraktive Einstiegskurse dar.

Die Börsen-Höchststände kommen 2024 in Reichweite

Dividendenrenditen sind aufgrund der unsicheren Aussichten für die nächsten Monate so hoch wie selten zuvor. Öffentliche und private Investitionen werden zukünftig in Infrastrukturprojekte fließen. Die USA, die Europäische Union, China und weitere Länder haben entsprechende Programme auf den Weg gebracht. Damit werden Unternehmen, die in den entsprechenden Branchen aktiv sind, für Anleger interessant.

Bei den Projekten geht es um den Aufbau einer Infrastruktur für Erneuerbare Energien, um Stromnetze, Wasser und Transportwege, darunter auch Straßen und Häfen. Börsen antizipieren in der Regel die Zukunft. Für das 2. Halbjahr rechnen wir mit einer konjunkturellen Aufhellung, die eventuell schon im Vorfeld zu ansteigenden Aktienkursen an den Börsen führen dürfte. Dabei dürften spätestens im Anlagejahr 2024 die alten Höchststände wieder in Reichweite kommen.

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