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Ingo Weiß

Ingo Weiß

„Gold ist kein Ersatz für konservative Anlagen“

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Das Edelmetall Gold lebt seit jeher von seinem Mythos. „Am Golde hängt, zum Golde drängt doch alles“, wusste schon Goethe in seinem Faust zu reimen.

Tatsache ist, dass in der aktuellen Finanzmarktsituation jeder Anleger nach Sicherheit strebt und der Goldpreis sich seit geraumer Zeit in einem ausgeprägten Bullenmarkt befindet.

Volatile Anlageklasse

Seit nun mehr zwölf Jahren kennt das Edelmetall nur eine Richtung – nach oben. Vielen Investoren ist durch diese einseitige Entwicklung die durchaus hohe Volatilität des Goldpreises aus dem Bewusstsein entschwunden. So konnte der letzmals im Januar 1980, angesichts der Iran-Krise sowie dem sowjetischen Einmarsch in Afghanistan, erreichte Höchststand von 850 US-Dollar/Feinunze über Jahrzehnte hinweg nicht überwunden werden – im Gegenteil. Das Metall korrigierte in den folgenden Jahren bis zu seinem Tiefststand in 2000 um 70 Prozent.

Auch in jüngster Vergangenheit war Gold nicht vor drastischen Einbrüchen gefeit. Nach dem zwischenzeitlichen Verlaufshoch von 1.032 US-Dollar in 2008, erfolgte im Zuge der um sich greifenden Finanzkrise und dadurch verursachter Zwangsliquidationen institutioneller Anleger (vor allem Hedgefonds) ein erneuter Einbruch um rund 32 Prozent innerhalb weniger Wochen. Ein deutliches Indiz für die nicht zu unterschätzenden Schwankungen der Anlageklasse Gold.

Zwischenfazit

Gold sollte sich, bedingt durch die überdurchschnittliche Volatilität, unbedingt – entgegen oftmals anderslautender Ratschläge vieler Experten – im risikoorientierten Teil eines Portfolios wiederfinden. Unseres Ermessens ist Gold nicht als Ersatz für konservative Anlagen geeignet. Die Investititon bedarf einer strukturierten Vorgehensweise und klaren Regeln.

Sinnvolle Diversifikation

Aktuell befindet sich der Goldpreis in relativ ruhigem Fahrwasser und scheint nach über einjähriger Konsolidierung seinen primären Aufwärtstrend wieder aufzunehmen.

Die Schar der Analysten überbietet sich mit exorbitanten Kurszielen. Die Gründe hierfür sind durchaus nachvollziehbar. Der starken Nachfrage steht ein stagnierendes bis fallendes Angebot gegenüber. In Zeiten der Finanzkrise mussten viele Explorationsprojekte vertagt werden. Nur zögerlich verbessert sich hier die Investitionsbereitschaft.

Auf der Nachfrageseite spielen die klassischen Anleger eine immer gewichtigere Rolle. In vielen Portfolios fristen Edelmetalle weiterhin ein Nischendasein. Statistische Auswertungen vermuten einen Goldanteil von ein bis zwei Prozent im Durchschnitt aller Anlageportfolios weltweit. Hier könnten selbst geringfügige Aufstockungen für einen exponentiellen Nachfrageschub sorgen. Die mit physischem Gold gedeckten ETFs (Exchange Traded Funds) verzeichnen jedenfalls stetige Zuflüsse.

Zudem stützen die sich fortsetzenden massiven Lockerungen seitens der Geld- und Fiskalpolitik die Edelmetalle. Am Ende des Tages wird diese als einzig verbleibende werthaltige Währung gelten. Selbst viele Zentralbanken finden sich – ironischerweise! – als Nettokäufer wieder. Seitens der Charttechnik stehen alle Ampeln auf Grün, sowohl bei kurz- als auch langfristiger Betrachtung.

Fazit

Sollte sich die Euro- bzw. globale Verschuldungskrise stabilisieren oder am Ende des Tages als weniger dramatisch offenbaren, drohen empfindliche Rückschläge. Deshalb gilt erst recht auch bei der Anlage in Gold die eiserne Maxime: Als Beimischung und ausreichend diversifiziert ist sie absolut sinnvoll. Einseitige Positionierungen oder sogar Wetten werden sich womöglich eher als kontraproduktiv erweisen.

Idealerweise wird die Edelmetallkomponente in einen regelbasierten und prognosefreien Anlageprozess eingebunden. Denn - die Zukunft ist sowieso ungewiss und wie bemerkte schon einst der griechische Philosoph Sokrates treffend: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“.

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