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Erfahren Sie mehr über Nach diesen 10 Regeln spielt Gold zukünftig
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Ronald P. Stöferle ist Partner bei Incrementum und dort für Research und Portfolio-Management zuständig.Bildquelle: Incrementum
Gold hat in den letzten Monaten eine fulminante Rally hingelegt – und dabei auch mit alten Gewissheiten gebrochen. Ronald-Peter Stöferle erläutert im Beitrag, warum es zukünftig ein neues „Gold-Playbook“ braucht und nennt zehn Punkte, wie sich diese neuen Spielregeln zusammenfassen lassen.
Die Kombination aus sinkender Inflation und steigenden Nominalzinsen ist an und für sich Gift für den Goldpreis. Denn es war eine alte Konstante bei dessen Analyse, dass dieser und die Realzinsen negativ miteinander korreliert sind.
Doch seit einigen Quartalen ist diese alte Gewissheit Geschichte. Trotz steigender und mittlerweile wieder klar positiver Realzinsen im US-Dollar-Raum hat der Goldpreis eine fulminante Rally hingelegt. Die lange Zeit hartnäckige Widerstandslinie bei rund 2.000 US-Dollar hat Gold im Frühjahr schlussendlich im Sturm genommen, seit 2022 hat Gold auf US-Dollar-Basis fast 30 Prozent zugelegt auf über 2.400 US-Dollar.
Korrelationen haben sich aufgelöst
Die Spielregeln am Goldmarkt haben sich also grundlegend verändert. Es war daher Zeit, ein neues „Gold-Playbook“ zu verfassen, das diesen Veränderungen Rechnung trägt. Diesem Anliegen widmet sich im Detail der vor kurzem erschienene „In Gold We Trust“-Report 2024.
Ein neues Playbook benötigten auch die Schachspieler, als im 15. Jahrhundert die Dame kräftig aufgewertet wurde. Ursprünglich durfte die Dame nur ein Feld diagonal ziehen. Nach der Regeländerung konnte sie beliebig viele Felder diagonal, vertikal und horizontal ziehen. Schach blieb zwar Schach, dennoch wurde es infolge dieser Aufwertung der Dame zu einem gänzlich anderen Spiel. Dieselbe Aufwertung wie damals die Dame im Schachspiel erfährt derzeit Gold.
Denn noch eine weitere Korrelation hat sich in den vergangenen Quartalen aufgelöst: die zwischen dem Goldpreis und den Gold-ETF-Beständen. Denn entgegen den Erwartungen führte der Rekordlauf von Gold nicht zu Rekordzuflüssen für Gold-ETFs. Im Gegenteil: Seit 04/2022 flossen 760 Tonnen Gold, das heißt 20 Prozent, aus ETFs ab. Das würde gemäß altem Gold-Playbook einem Goldpreis von rund 1.700 US-Dollar entsprechen. Asiatische Gold-ETFs verzeichneten hingegen leichte Zuflüsse.
Der Einfluss des Westens auf die Goldpreisbildung ist rückläufig
Hier zeigt sich eine weitere grundlegende Veränderung am Goldmarkt: Der marginale (Ver-)Käufer sitzt nicht mehr im Westen, sondern wandert immer stärker in Richtung Osten. Anders gesagt: Der Einfluss des Westens auf die Goldpreisbildung ist klar rückläufig.
Die People’s Bank of China (PBoC), die chinesische Zentralbank, meldete 2023 einen Anstieg ihrer Goldreserven um insgesamt 225 Tonnen. Das war die größte Menge seit mindestens 1977 und machte die PBoC zum größten Einzelkäufer von Gold im vergangenen Jahr. 2024 setzte sie bislang ihre Käufe fort. Der April war der 18. Monat in Folge, in dem die PBoC ihre Goldreserven auf nun insgesamt 2.264 Tonnen aufstockte.
Nicht-westliche Staaten und Regionen dominieren in den anderen Segmenten der Goldnachfrage ebenfalls und das erheblich. Goldschmuck wurde 2023 insgesamt im Umfang von 2.092 Tonnen nachgefragt. Davon entfielen 630 Tonnen auf China, 562 Tonnen auf Indien und 171 Tonnen auf den Nahen Osten. Zusammen genommen entspricht das fast zwei Dritteln der weltweiten Schmucknachfrage. Die wichtigsten Nachfrager nach Goldbarren und -münzen waren 2023 ebenfalls China (279 Tonnen), Indien (185 Tonnen) und der Nahe Osten (114 Tonnen), die zusammen für fast die Hälfte des Gesamtvolumens von 1.189 Tonnen verantwortlich zeichneten.
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