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Sichere Anlage in unsicheren Zeiten
Gold - wohin geht die Reise?
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Sichere Anlage in unsicheren Zeiten Gold - wohin geht die Reise?

Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baaader Bank in Frankfurt.
Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baaader Bank in Frankfurt. | Foto: Fotomontage / Baader Bank / Canva
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Die frühere geopolitische Balance ist gestört. Es tobt ein Machtkampf zwischen der freien und autoritären Welt beziehungsweise ihren Hauptprotagonisten, den USA und China. Im Grunde genommen sind der Ukraine-Krieg und die Nahost-Krise Stellvertreterkonflikte dieser grundsätzlichen Auseinandersetzung.

Der globale Streit wird ebenso auf Finanzebene ausgetragen. Länder, die Amerika wenig liebevoll gesinnt sind, verschmähen US-Staatspapiere zunehmend. Sie wollen dem Systemkonkurrenten nicht mehr aus der immer größeren, immer bonitätsbedenklicheren Schulden-Patsche helfen. Ja, befanden sich noch 2009 bis 2011 annähernd 16 Prozent der amerikanischen Staatsverschuldung im Besitz Chinas, sind es mittlerweile weniger als vier (siehe Abbildung 1).

US-Staatsanleihen im Besitz Chinas (in Prozent).
Abbildung 1: US-Staatsanleihen im Besitz Chinas (in Prozent). © Federal Reserve Bank / LSEG Datastream / Baader Bank Kapitalmarktanalyse

Was den Notenbanken recht ist, sollte Anlegern billig sein

Und in was investieren die Chinesen alternativ? Über ihre Notenbank gehen sie massiv in Gold. Doch auch andere Zentralbanken setzen ihr Vertrauen auf das gelbe Edelmetall. Es ist bemerkenswert, wie sehr ihre physischen Goldbestände seit 2008 – als die gute alte heile Finanzwelt mit der Immobilienkrise zusammenbrach – im Trend zunehmend aufgestockt wurden (siehe Abbildung 2). Insofern wirken Notenbanken als Preisstütze, als Versicherung gegen nachhaltig fallende Goldpreise.

Goldbestände der Notenbanken in Millionen Unzen.
Abbildung 2: Goldbestände der Notenbanken in Millionen Unzen. © LSEG Datastream / Baader Bank Kapitalmarktanalyse

2024 wird zum Zinssenkungsjahr

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Von besonderer Bedeutung ist die Zinssenkungsphantasie. Die im Trend fallenden US-Inflationsraten haben den Zinserhöhungszyklus der Fed de facto beendet. De jure hält US-Notenbankchef Powell zwar die Fahne der Inflationsbekämpfung noch aufrecht, doch sind seine Zinserhöhungs-Krieger müde geworden.

Im ersten Quartal 2024 wird bei der US-Teuerung und auch der Kerninflation mühelos eine Zwei vor dem Komma stehen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann nach der aktuellen Phase des Zinsgipfels der -Abstieg beginnt. Laut den amerikanischen Finanzmärkten ist es im Frühjahr so weit. Bis Ende 2024 soll der Leitzins von 5,5 auf 4,25 Prozent sinken. Wenn nötig, wird die Zinswende aber auch mit deutlich mehr Schmackes ablaufen.

Überhaupt, sollten US-Bonds von den bisherigen Liebhabern noch mehr verschmäht werden, was die Gefahr höherer Kreditzinsen nährte, wird die Fed ihren zinsdrückenden „Liebesdienst“ wieder ausweiten. Es wäre verheerend, wenn der kreditabhängigen US-Wirtschaft mit ihrem Motto „Von der Wiege bis zur Bahre viele, viele Schuldenjahre“ die gute Laune abhandenkäme.  

Die gleiche Zinspolitik wird die EZB betreiben. Mit Blick auf Europas Strukturdefizite, Überschuldung und verhaltene Konjunkturstimmung ist sie glücklich über die auch bei uns deutlich nachgebende Inflation, die ihr die Zinssenkungs-Tür weit aufmacht. Von aktuell 4,5 wird sie ihren Leitzins auf 3 Prozent fallen lassen, bei Bedarf auch mehr.

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