Marc-Oliver Lux, Lux & Präuner

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Gold

Verlierer nach der Finanzkrise

Die Entscheidung der US-Notenbank, weniger Geld in den Markt zu pumpen, belastet den Goldpreis. Mit Turbulenzen an den Aktienmärkten hatten die meisten Experten gerechnet. Doch der wahre Verlierer der Fed-Entscheidung, die Anleihenkäufe seit Januar langsam zu drosseln, ist das Gold. Das Edelmetall hat letztes Jahr mit dem größten Jahresverlust seit mehr als 30 Jahren abgeschlossen.

Kurz vor Weihnachten erreichte der Goldpreis mit 1.186 US-Dollar je Feinunze (31 Gramm) den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren. Dem amerikanischen Aktienmarkt hat die Ankündigung der US-Notenbank stattdessen sogar gut getan. Die Zuversicht von Aktienkäufern rührte vor allem daher, dass der Leitzins wohl doch noch längere Zeit bei Null bleibt.

Dabei ist es schon etwas verwunderlich, dass der Goldpreis leidet, obwohl die Fed die US-Wirtschaft immer noch massiv unterstützen muss. Experten nennen dafür zwei Gründe:

1. Die befürchtete Inflation lässt auf sich warten.
2. Die US-Wirtschaft fasst tatsächlich wieder Fuß, das Vertrauen in sie steigt.

Gold wäre einer der größten Profiteure von Inflation, denn es hat als knappes Edelmetall quasi einen eingebauten Inflationsschutz. Und die Angst vor der Geldentwertung war in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Besonders weil Kritiker der Fed-Politik wiederholt predigten, dass eine Geldblase entstehen muss, wenn die Notenbank stetig frisches Geld in die Wirtschaft pumpt.

So gewann der Goldpreis von Dezember 2008 bis Juni 2011 rund 70 Prozent an Wert, während die Fed das Finanzsystem mit mehr als zwei Billionen Dollar flutete.

Der Theorie nach haben die Kritiker auch Recht. Doch in der Praxis ist bisher das Gegenteil der Fall: In den USA liegt die Inflation bei 1,2 Prozent – nur halb so hoch wie in der vergangenen Dekade. Das wiegt Investoren in Sicherheit.

Die Ankündigung der Fed, weniger Anleihen aufzukaufen, nimmt zudem zunächst zusätzlichen Inflationsdruck. Auch 2014 wird Inflation somit kein großes Thema sein. Das wieder erstarkte Vertrauen in die US-Wirtschaft schadet dem Gold zusätzlich: Die Arbeitslosenquote sinkt kontinuierlich, die Wirtschaft wächst.

Fazit:

Die Aussichten für Gold bleiben zunächst verhalten, auch wenn der Goldpreis einen gewissen Boden gefunden haben mag. Bis Mitte März konnte der Goldpreis sogar fast 200 US-Dollar zulegen. Doch so richtig Dynamik in Richtung der alten Hochs mag nicht aufkommen.

Gold ist für viele Anleger keine strategische Anlageklasse, denn sie bringt keine regelmäßigen Erträge wie Zinsen oder Dividenden. Umso mehr wird der Goldpreis von der Psychologie der Anleger, von Angst und Spekulation getrieben. Daher ist nicht auszuschließen, dass der Goldpreis auch nochmal unter 1000 US-Dollar fällt.

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