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Trotz steigender Verkäufe Gold: Warum Sicherheit noch immer vor Gewinn geht

Der Goldpreis schwang sich zuletzt zu immer neuen Rekordständen auf.
Der Goldpreis schwang sich zuletzt zu immer neuen Rekordständen auf. | Foto: Imago Images / Sven Simon

In geopolitisch unsicheren Zeiten gilt Gold als sicherer Hafen. Davon profitierte der Preis für das Edelmetall zuletzt enorm und schwang sich zu immer neuen Rekorden jenseits der 2.000 US-Dollar je Feinunze auf. Vergangenen Montag stieg der Goldpreis dann im frühen asiatischen Handel auf einen Tagesrekord von 2.143 US-Dollar und erreichte einen Höchststand von 1.967 Euro für Euro-Investoren – fast 65 Euro über dem bisherigen Allzeithoch.

Geschwindigkeit der Gold-Verkäufe hat sich verlangsamt

Die rekordhohen Goldpreise haben dazu geführt, dass Privatanleger in Deutschland wieder mehr von dem Edelmetall verkaufen, als sie kaufen, wie der Online-Händler Bullionvault anhand seiner eigenen Daten ermittelt hat. Das Tempo der Verkäufe habe sich jedoch verlangsamt: Die Zahl sank um 41,6 Prozent gegenüber dem Sieben-Monats-Hoch vom Oktober. Als Grund hierfür sieht der Online-Händler die finanziellen und geopolitischen Risiken, die vor dem Jahreswechsel noch weiter zunehmen. Die Goldbesitzer setzen hier lieber auf Sicherheit.

Allerdings sind auch Goldkäufe zurückgegangen: Im November sank der Wert gegenüber Oktober um 17,7 Prozent. Er fiel damit laut Bullionvault auf das Vier-Jahres-Tief vom September zurück, dem niedrigsten Stand seit Juli 2019. Die Zahl der Verkäufe ist jedoch noch deutlich stärker gesunken.

Immer noch wird mehr Gold gekauft als verkauft

Bullionvault drückt dieses Verhältnis zwischen Verkäufen und Käufen, also die Handelsaktivitäten mit physischen Goldbarren, im eigenen „Gold Investor Index Deutschland“ (GII DE) aus. Im Oktober hatte es hier ein Neun-Monats-Tief gegeben – nun ist der Wert um 0,7 Punkte auf 53,6 Punkte angestiegen. Ein Rekordhoch erreichte der Index, als die Corona-Pandemie im März 2020 weltweit ausbrach. Damals betrug er 82,4 Punkte. Einen Tiefststand gab es hingegen im Mai 2011: Hier betrug der Wert 49,3 Punkte. Ein Wert unter 50 Punkten bedeutet dabei, dass es weniger Käufer als Verkäufer gibt. Der damalige Rekordpreis von 1.050 Euro pro Feinunze hatte für zahlreiche Verkäufe gesorgt.

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Weltweit gesehen zeigt sich ein ähnliches Bild: Im November hätten die Kunden den dritten Monat in Folge Gold verkauft – das sei die längste Zeitspanne seit Mitte 2019. Dabei hätten sie eine weitere Vierteltonne mehr verkauft, als sie in diesem Monat insgesamt gekauft haben. Dies war jedoch nur knapp die Hälfte der Nettoverkäufe im Oktober und führte dazu, dass die Gesamtbestände der Kunden gegenüber dem Rekordhoch von Ende August nur um 2,1 Prozent auf 47,2 Tonnen im Wert von über 2,8 Milliarden Euro sanken.

Beim Goldpreis ist noch weiter Luft nach oben

„Angesichts der Tatsache, dass der Goldpreis neue Rekordstände erreicht hat und die Bankguthaben den höchsten Zinssatz seit der Lehman-Pleite im Jahr 2008 bieten, ist es eine echte Überraschung, dass die Gewinnmitnahmen bei physischen Goldbarren nicht größer ausgefallen sind. Der Verkauf von Gold ist im Vergleich zu der von der großen Mehrheit der Privatanleger verfolgten Strategie des Kaufens und Haltens weiterhin marginal“, kommentiert Adrian Ash, Direktor der Forschungsabteilung (Director of Research) bei Bullionvault, die Entwicklung.

Aus seiner Sicht ist bei Gold aber trotzdem noch weiter Luft nach oben. „Diese Strategie in Verbindung mit der rekordhohen Goldnachfrage der Zentralbanken, angeführt von China, deutet darauf hin, dass sich der steigende Boden unter den Goldpreisen weiter festigt, da die Anleger mit Blick auf das Jahr 2024 ein wachsendes Rezessionsrisiko, einen anhaltenden Krieg in der Ukraine und eine Verschärfung des Konflikts im Nahen Osten sowie spaltende Wahlen in den USA, Indien und Großbritannien sehen.“

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