Goldene Zeiten für Silber? Spreads und Steuern bremsen

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Das Verhältnis zwischen dem Preis einer Unze Gold und einer Unze Silber – die Gold-Siber-Ratio – lag über Jahrhunderte zwischen 15 und 16. Aktuell kostet Gold rund 56mal so viel wie Silber.

Fänden die Kurse der beiden Edelmetalle wieder zurück zu ihrem historischen Verhältnis, würde Silber seinen großen Bruder Gold in dieser Übergangsphase um Längen abhängen.

Wer an diese Gleichgewichtstheorie glaubt und die aktuelle Gold-Hausse nicht allzu skeptisch betrachtet, müsste sich nun eigentlich auf Silberbarren stürzen. Der Silberpreis könnte sich schließlich verdreifachen, auch wenn Gold auf der Stelle tritt.

Ganz so einfach ist die Sache allerdings nicht – und zwar dann, wenn man den direkten Kauf von physischen Edelmetallen bevorzugt, anstatt sich mit entsprechende Exchange Traded Commodities (ETCs) – also Anleihen, die den Wert des Edelmetalls abbilden – zu begnügen.

19 Prozent Mehrwertsteuer auf Silberbarren

Vermögensverwalter Hannes Peterreins kennt die Hindernisse aus der täglichen Praxis: „Anders als bei Gold muss man beim Kauf von Silberbarren und Silbermünzen Mehrwertsteuer zahlen." Auf den Preis von Silberbarren kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer oben drauf, für Silbermünzen gilt der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent.

Auch wenn man sich den Spread – die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis – ansieht, zieht Silber gegenüber Gold deutlich den Kürzeren. Peterreins: „Der Spread von physischem Gold liegt etwa bei 6 Prozent. Bei manchen Silber-Barren beträgt er bis zu 40 Prozent. Kein Wunder also, dass es sich Anleger überlegen, einen Silbervorrat aufzubauen."  

Wenn Gold und Silber tatsächlich zu ihrem historischen Preisverhältnis zurückfinden, sollte sich der Silberkauf trotz hoher Steuern und Spreads dennoch lohnen.

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