US-Aufschwung könnte Janet Yellen schon bald zum Handeln zwingen. (Foto: Getty Images)

US-Aufschwung könnte Janet Yellen schon bald zum Handeln zwingen. (Foto: Getty Images)

Goldman Sachs Asset Management

Ambitionierte Benchmark

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Das Umfeld für Anleihe-Investments sah schon einmal freundlicher aus. In den Industriestaaten bewegt sich das Zinsniveau auf bescheidenem Niveau. Klettern die Renditen demnächst wieder, fallen spiegelbildlich die Rentenkurse. Sogar Investmentgrade-Unternehmensanleihen erscheinen vielfach ausgereizt. Schwellenländer-Bonds bieten derzeit deutlich höhere Zinskupons, bergen aber auch vielschichtige Risiken. So können zum Beispiel Währungsabwertungen und Bonitätsverschlechterungen den Anlageerfolg schnell wieder zunichtemachen.

Goldman Sachs Asset Management setzt diesen Herausforderungen eine flexible Strategie entgegen. „Die Anleihemärkte sind nicht homogen, es bieten sich in jedem Umfeld attraktive Investmentgelegenheiten“, erläutert Andrew Wilson, Head of Fixed Income des US-Investmenthauses (Hier geht´s zum Interview). Anspruch der Anlagemanager um Wilson ist es daher, künftige Marktbewegungen treffsicher abzuschätzen und das Portfolio entsprechend zu positionieren.

Das Marktszenario von Goldman Sachs


Konkret erwarten Wilson und sein Team im weiteren Jahresverlauf stetig steigende Renditen bei Staatsanleihen aus den USA und Großbritannien. „Eine kräftige Konjunkturerholung und höhere Inflationserwartungen werden ihren Tribut fordern“, so der Investmentstratege. Wilson geht davon aus, dass beide Staaten ihr BIP in diesem Jahr deutlich steigern könnten, was Bondanleger nicht kalt lassen werde.

Im Goldman Sachs Strategic Income Bond Portfolio wurde die Duration der Rententitel aus den USA und Großbritannien deutlich in den negativen Bereich gefahren. Damit entstehen Gewinne, sollten die Renditen wie prognostiziert klettern. Die US-Anleihemanager nutzen die Stellschraube der Duration sehr aktiv, um auch bei ansteigendem Zinsniveau positive Erträge zu erzielen.

Goldman Sachs hält die im vergangenen Jahr eingeleitete Zinswende für nachhaltig. „Das schwache erste Quartal 2014 brachte in den USA zwar noch einmal dürftiges Wachstum und einen Rückschlag bei den Treasury-Renditen. Wir sehen darin allerdings einen Ausrutscher, der sich auf den harten Winter zurückführen lässt.“ Im Frühjahr werde der Aufschwung möglicherweise umso kräftiger ausfallen.

Den stärker werdenden BIP-Zuwachs könne auch die US-Notenbank kaum ignorieren. Ihre weiterhin stark expansive Geldpolitik hinke dem Konjunkturverlauf ohnehin bereits hinterher. „Ein unerwartet kräftiger Aufschwung am Arbeitsmarkt könnte die Fed eventuell schon 2015 zum Handeln zwingen“, mutmaßt Wilson daher in Anspielung auf die niedrigen US-Leitzinsen. Die Analysten von Goldman Sachs Asset Management halten es für möglich, dass die Renditen von US-Staatstiteln mit fünfjähriger Restlaufzeit in den nächsten Quartalen um 75 Basispunkte steigen.

Euroraum fasst langsamer Tritt


Im Euroraum stünde dagegen eine harsche Zinswende nicht unmittelbar bevor. Für diese These führt Wilson mehrere Gründe an. Zum einen dürften Wachstums- und Inflationsraten hinter der Entwicklung in den angelsächsischen Staaten zurückbleiben. „Die Arbeitslosigkeit bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau. Löhne und Gehälter sanken teilweise, der private Verbrauch stagnierte“, so Wilsons Begründung. Zum anderen brächten Investoren den Peripheriestaaten auch wieder mehr Vertrauen entgegen. Deren Refinanzierungs-Kosten seien zuletzt entscheidend gesunken.

Insgesamt sieht Goldman Sachs Asset Management die Anleiherenditen jedoch auch in der Eurozone in der Nähe ihrer historischen Tiefstände. Mit einer Relative-Value-Strategie würden die Rentenstrategen davon profitieren, dass die Renditen von US-Staatstiteln schneller klettern als diejenigen deutscher Bundesanleihen.

Strategien für Bondpicker


Goldman Sachs Asset Management findet aber auch heute noch Anleihesektoren, die einfach nur aufgrund ihrer attraktiven Zinserträge ein Investment wert sind. „In Nordamerika gefallen uns High-Yield-Bonds und Hypothekenpapiere nichtstaatlicher Institutionen“, erklärt Andrew Wilson.

Die Begründung leuchtet spontan ein: Beide Segmente profitieren weniger von der bisherigen, laxen Geldpolitik als vielmehr von der robusten Konjunktur. „Der US-Häusermarkt sollte in diesem Jahr nochmals anziehen. Gleichzeitig dürften sich die Ausfallraten für Hochzinsbonds auf einem sehr tiefen Niveau bewegen“, so Wilson. Goldman Sachs Asset Management war bei High Yields zuletzt leicht übergewichtet, während Investmentgrade-Unternehmensanleihen lediglich das Votum „Neutral“ erhielten.

Rentenpapiere aus den Schwellenländern sollten nach Auffassung der Investmentexperten nicht über einen Kamm geschoren werden. Goldman Sachs Asset Management lenkt hier den Blick auf Risiken, die von einer möglichen Wachstumsabschwächung in China ausgehen. Schlussfolgerung der Anleihemanager: Emerging Markets mit starkem China-Bezug sind derzeit anfällig für Rückschläge. Volkswirtschaften wie Mexiko profitieren dagegen davon, dass sie ihre Produkte vor allem ins Aufschwungland USA exportieren.

Die Beispiele zeigen: Auch in der derzeitigen Situation bieten die internationalen Rentenmärkte vielfältige Anlagechancen, die sich zu einem leistungsstarken Portfolio zusammenstellen lassen. Dabei trauen die Investoren dem Goldman Sachs Strategic Income Bond Portfolio offenbar zu, die selbstgesteckten Renditeziele zu erreichen. Alleine in den vergangenen 12 Monaten flossen dem flexiblen Rentenfonds rund 2,8 Milliarden Euro Anlegerkapital zu.

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