Goldman Sachs‘ Jim O’Neill schlägt Staatenbund vor

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Für den Chef von Goldman Sachs Asset Management, Jim O’Neill, ist die europäische Krise nicht einfach nur eine Schuldenkrise. Sie ist gleichermaßen eine Wachstumskrise und Strukturkrise der Eurogemeinschaft, schreibt er in einem aktuellen Bericht. „Aber in vielerlei Hinsicht ist sie auch eine Krise durch armselige Führung“, so O’Neill.

Warum also nicht einen einfachen aber dramatischen Schritt gehen? Falls Frankreich, Deutschland und Italien wirklich den Euro retten wollten, könnten sie ihre Stimmen im IWF und am G7-Tisch einfach vereinen. Immerhin haben sie seit zwölf Jahren dieselbe Geldpolitik und versuchen, rechtliche Rahmenbedingungen anzugleichen. Könnte es eine klarere Botschaft als eine Stimmenfusion geben? „Ich nehme an, dass die Märkte dann etwas entspannter und ausgeglichener gegenüber anderen Problematiken wie etwa beim Wachstum reagieren würden“, schreibt O’Neill.

Ohne solche Schritte könne auch das Undenkbare eintreten. Die ganze Arbeit an Rettungs- und Schutzschirmen und alle Maßnahmen der Europäischen Zentralbank wären dann umsonst gewesen. Vor allem Italien und Spanien könnten ihre Aufgaben nicht so schnell erfüllen, wie die Märkte das wollten. „Und keine Firewall ist groß genug, um sie zu stützen.“

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