Goldman Sachs warnt Gefahr neuer Börsenturbulenzen durch den Yuan

Wenn der Yuan nur wirklich so stabil wäre. Eine Steinstatue bildet eine antike chinesische Münze aus der Tang-Dynastie ab. Foto: Getty Images

Wenn der Yuan nur wirklich so stabil wäre. Eine Steinstatue bildet eine antike chinesische Münze aus der Tang-Dynastie ab. Foto: Getty Images

// //

„Wir ändern unsere Sicht" zum Yuan auf gänzlich negativ, schrieben Strategen um Robin Brooks in einer Mitteilung vom Donnerstag. Nachdem die chinesische Notenbank den Yuan gegenüber dem Dollar nach unten führt, „besteht das Risiko, dass dieses eine Kapitalflucht in gleicher Weise wie im August (während der Mini-Abwertung) und wie zur Jahreswende auslöst, sagten sie.

Der Yuan steuert auf den fünften Wochenrückgang zu, die längste Verlustphase seit Dezember. Dahinter stehen zunehmende Erwartungen, dass die Federal Reserve in diesem Quartal die Zinsen erhöhen wird. Im Januar löste die Schwäche der chinesischen Währung einen Ausverkauf an den globalen Aktienmärkten aus. Es wurde befürchtet, dass die Regierung die zweite Abwertung seit August einfädelte, um das Wachstum anzuschieben. Bis März hatte die Fed ihre Prognose für die langfristigen Fremdkapitalkosten gesenkt und dabei auf die Unsicherheiten in China verwiesen.

Fed-Ausblick

Die chinesische Währung gab am Freitag in Schanghai um 9.43 Uhr um 0,1 Prozent auf 6,5880 je Dollar nach, womit sich die Verluste in dieser Woche auf 0,3 Prozent belaufen. Der frei handelbare Offshore-Satz sank gegenüber dem 27. Mai um 0,2 Prozent auf 6,5898. Die chinesische Notenbank PBOC hat am Freitag das Fixing um 0,16 Prozent auf 6,5793 ausgeweitet.

China hat sein Yuan-Management geändert. Das Land lässt die Landeswährung Renminbi stabil gegenüber einem Währungskorb und spielt die Bedeutung des Wechselkurses zum Dollar herunter. Eine derartige Strategie dürfte nicht erfolgreich sein, Kapitalabflüssen Einhalt zu gebieten, weil chinesische Haushalte und Unternehmen am sensibelsten auf den Dollar-Yuan-Wechselkurs reagieren, sagen die Strategen von Goldman Sachs. Hingegen besteht die Gefahr, dass der Yuan-Rückgang das Tempo der geldpolitischen Straffung der Fed verlangsamt, sagen sie.

„Wir sehen eine gute Chance, dass die Märkte erneut über die Notwendigkeit einer einmaligen Abwertung spekulieren werden, selbst wenn die Botschaft von den Währungshütern lautet, dass dies nicht zur Debatte steht", schreiben die Strategen.

Spekulative Wetten gegen den Yuan erscheinen noch gedämpft. Weder die Terminkontrakte noch die Messgrößen für die Optionsvolatilität sind stark gestiegen. Mindestens eine große chinesische Bank hat zwei Händlern zufolge am Mittwoch Dollar verkauft, um den Yuan stabil zu halten, nachdem die Währung sich einem Fünf-Jahres-Tief näherte.