Goldpreis rutscht weiter ab

Hedgefonds ziehen sich aus Goldwetten zurück

Die Netto-Lang-Positionen bei Gold-Terminkontrakten und Optionen verringerten sich in der vergangenen Woche um 36 Prozent und die Lang-Positionen, mit denen Investoren auf steigende Preise setzen, sanken bis fast auf ein Zweijahrestief, wie Daten von US-Behörden zeigten.

Gleichzeitig verkauften Investoren 14,4 Tonnen Gold aus dem Bestand von börsennotierte Goldprodukte (ETP). Damit ist das Goldvermögen der ETPs so niedrig wie seit wenigstens August 2009 nicht mehr.

Laut Daten der US-Commodity Futures Trading Commission sanken die Netto-Lang-Positionen um 25.226 Kontrakte auf 45.072 Futures und Optionen. Die Long-Positionen verringerten sich um 12 Prozent - der größte Rutsch seit Dezember 2012.

Gegenüber dem diesjährigen Höchstpreis vom März hat sich Gold um 15 Prozent verbilligt. Anzeichen für eine stärkere Konjunktur in den USA gaben dem Dollar Auftrieb und stärkten die Erwartung, dass die US-Notenbank die Zinsen heraufsetzen wird. Niedrigere Ölpreise tragen dazu bei, die Inflation niedrig zu halten und US-Aktien markierten Rekordhochs.

“Es gibt derzeit keine einzige Anlageidee, die unterstützend für Gold wäre”, sagte George Zivic, Portfolio- Manager bei Oppenheimerfunds in New York im Telefoninterview mit Bloomberg News.

“Mit dem Potenzial steigender Zinsen und der Dollar-Aufwertung wird es synthetisch teuer, Gold als eine Art Portfolio-Absicherung zu besitzen. Und dann gibt es noch die Realität keiner wirklichen Inflationssorgen”, führte er aus.

Am Montag verbilligte sich Gold um die Mittagszeit am Kassamarkt um 0,6 Prozent auf 1171,28 Dollar je Unze.

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