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Goldpreis überschreitet die 1.900-Dollar-Marke

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Angesichts der Krisenstimmung an den weltweiten Finanzmärkten steigt der Goldpreis in bisher ungeahnte Höhen. Am heutigen Dienstagmorgen kostete eine Feinunze (31,1 Gramm) des Edelmetalls im asiatischen Handel zum ersten Mal in der Geschichte mehr als 1.900 US-Dollar. In der Spitze stieg der Preis sogar auf 1.913,50 Dollar, anschließend verbilligte sich das gelbe Edelmetall leicht.

Allein seit Anfang August legte der Goldpreis um rund 17 Prozent zu. Colin Whitehead vom Aktien-Research-Haus Fat Prophets führt den rapiden Preisanstieg hauptsächlich auf den schwachen US-Dollar zurück. Es werde spekuliert, dass Ben Bernanke, Chef der US-amerikanischen Zentralbank Fed, angesichts der Konjunktursorgen eine weitere Runde quantitativer Lockerung („QE3“) ankündigen wird, um die Märkte zu beruhigen. „Und je mehr Geld sie drucken, desto stärker wird der Goldpreis sein“, erklärte er gegenüber dem Online-Nachrichtenportal von BBC.

Ein stärkerer US-Dollar würde nichts am Goldpreis-Anstieg ändern, meint hingegen Peter Richardson, Ökonom im Bereich Industrie- und Edelmetalle bei Morgan Stanley Australia. Denn Papierwährungen genießen allgemein nicht so viel Vertrauen. „Mit ihrer Flucht ins Gold versuchen Anleger nur, die reale Kaufkraft zu erhalten“, sagte Richardson zur Nachrichtenagentur Bloomberg.
1.900 Dollar: Wohin geht der Goldpreis?


„Der Markt ist derzeit sehr, sehr nervös“, erklärt Darren Heathcote, Handelsleiter bei der Investec Bank in Australien gegenüber Bloomberg. Ein weiterer starker Goldpreisanstieg würde ihn nicht wundern.

„Kursziele von 2.200 bis 2.500 sehr konservativ“

Das Ende der Fahnenstange sei bei weitem noch nicht erreicht, meint auch der Großteil der 13 Analysten und Börsenhändler, die Bloomberg zu ihren Erwartungen hinsichtlich des Edelmetall-Preises befragt hat. Im Schnitt rechnen die Experten bis Ende 2011 mit einem Goldpreis von 2.000 US-Dollar.

Der Goldspezialist Pro Aurum geht in seiner Einschätzung noch weiter. „Die derzeit genannten mittel- bis langfristigen Kursziele von 2.200 bis 2.500 Dollar je Feinunze halten wir für sehr konservativ“, sagt der Geschäftsführer des Unternehmens Robert Hartmann. Banken und Analystenhäuser werden die Kursziele bald nach oben anpassen müssen.

Die Kritiker warnen unterdessen vor einer Goldblase. „Die Erträge, die zu erwarten sind, stehen in keinem Verhältnis zum Preis", zitiert beispielsweise „Der Spiegel“ Dieter Wermuth von der Vermögensverwaltung Wermuth Asset Management. Zusatzinfo: Dass die Stärke des Goldes in der Schwäche des Papiergeldes liegt, erklärte James Turk bereits im Juni dieses Jahres. In einem 15-minütigen Vortrag (siehe Video) leitet der Gründer und Chef des Goldhändlers Goldmoney klar und verständlich den Aufstieg des Edelmetalls her. "Der Euro ist nicht die D-Mark und die EZB ist nicht die Bundesbank" – wer sich das vergegenwärtigt und es versteht, so Turk, dem wird klar, warum er Gold und Silber kaufen muss, um sein Vermögen zu schützen. Insgesamt hält Turk einen Goldpreis von 8.000 Dollar je Unze in vier Jahren für machbar.