Google Cloud erweitert sein Risk Protection Program (RPP) auf die DACH-Region sowie über 30 weitere Märkte in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Neu im Programm sind die Versicherer Chubb aus Zürich und Beazley, die sich den bestehenden Partnerschaften anschließen.

Die Expansion erfolgt in einer Phase zunehmender Cyberrisiken: Laut Google verzeichnen Branchen wie Einzelhandel, Gesundheitswesen und Transportsektor vermehrt Ransomware-Angriffe, was zu steigenden Versicherungsprämien und strengeren Risikoprüfungen führt.

Absicherung generativer KI im Fokus

Ein zentraler Bestandteil des erweiterten Programms ist die sogenannte „Affirmative AI“-Versicherung, die auch generative KI-Anwendungen abdeckt. Diese Komponente gewinnt angesichts der rasanten Verbreitung von KI-Technologien und den damit verbundenen Haftungsfragen zunehmend an Bedeutung.

Das Programm richtet sich an Google-Cloud-Kunden mit einem Jahresumsatz von über 500 Millionen US-Dollar und verbindet Cloud-Sicherheitsdaten mit Versicherungsexpertise.

Komponenten des erweiterten Programms

Das Risk Protection Program umfasst mehrere neue Funktionen:

  • KI-Deckung: Die „Affirmative AI“-Versicherung erweitert den bestehenden Schutz um KI-bezogene Risiken, einschließlich generativer KI-Anwendungen
  • Cyber Insurance Hub: Ein digitales Tool für die Erstellung und direkte Weitergabe von Echtzeit-Sicherheitsberichten an Versicherer
  • Telematik-Modell: Aktuelle Sicherheitsdaten statt statischer Fragebögen bilden die Basis für die Risikobewertung
  • Vereinfachter Abschluss: Qualifizierte Kunden können bei Beazley auf den klassischen Versicherungsantrag verzichten
  • Quantum-Absicherung: Chubb bietet zusätzlich Schutz gegen potenzielle quantumbasierte Cyberangriffe

KI-Risiken erfordern neue Versicherungskonzepte

Mit der Ausweitung des Programms reagiert Google Cloud auf die spezifischen Herausforderungen durch KI-Technologien. Die RPP schützt vor Risiken wie Datenschutzverletzungen, Fehlentscheidungen der KI oder Haftungsansprüchen, die direkt aus dem Betrieb generativer KI-Systeme entstehen können. Sie ergänzt damit Googles bisherigen Schutz, der sich primär auf Urheberrechtsfragen durch Trainingsdaten konzentrierte.

Die datenbasierte Herangehensweise soll dabei helfen, die tatsächlichen Risikoprofile präziser zu erfassen. „Viele Unternehmen empfinden den Versicherungsprozess heute als unzureichend – oft spiegeln die gestellten Fragen nicht den tatsächlichen Sicherheitsstatus wider“, betont Monica Shokrai, Leiterin Geschäftsrisiken und Versicherungen (Head of Business Risk and Insurance) bei Google Cloud.