Die Versicherungsbranche ist voller Fachbegriffe, die für Verbraucher oft schwer verständlich sind. Eine aktuelle Analyse, die das Fintech Oanda exklusiv für DAS INVESTMENT erstellt hat, zeigt nun, welche Versicherungsbegriffe die Deutschen am häufigsten bei Google nachschlagen müssen.
Die Studie untersuchte 100 zentrale Versicherungsbegriffe und analysierte die monatlichen Google-Suchanfragen zu Formulierungen wie „[Begriff] Bedeutung“, „[Begriff] Definition“, „Was ist [Begriff]“ und „Was bedeutet [Begriff].“ Das Ergebnis: Jeden Monat suchen Tausende Deutsche nach Erklärungen zu grundlegenden Versicherungskonzepten.
„Kulanz“ verwirrt am meisten
Mit durchschnittlich 6.560 monatlichen Google-Suchanfragen führt der Begriff „Kulanz“ das Ranking deutlich an. Kulanz bezeichnet die freiwillige Leistung einer Versicherung über die vertraglich vereinbarten Bedingungen hinaus – ein Entgegenkommen, das Versicherte oft nicht von ihren regulären Ansprüchen unterscheiden können.
Die Top 10 der meistgesuchten Versicherungsbegriffe
- Kulanz (6.560 Suchanfragen) - Freiwillige Leistung über den Vertrag hinaus
- Hausratversicherung (2.800 Suchanfragen) - Schutz für bewegliche Gegenstände im Haushalt
- Regress (2.640 Suchanfragen) - Rückgriff der Versicherung auf den Verursacher
- Kündigungsfrist (2.350 Suchanfragen) - Zeitraum vor Vertragsende für Kündigung
- Lebensversicherung (2.150 Suchanfragen) - Versicherung für Todesfall oder Erlebensfall
- Teilkasko (2.050 Suchanfragen) - Begrenzte Kfz-Versicherung für Schäden am eigenen Fahrzeug ohne Eigenverschulden
- Pflegeversicherung (1.990 Suchanfragen) - Absicherung bei Pflegebedürftigkeit
- Haftpflichtversicherung (1.920 Suchanfragen) - Schutz vor Schadenersatzansprüchen
- Karenzzeit (1.870 Suchanfragen) - Wartezeit bis zum Versicherungsschutz
- Rentenversicherung (1.420 Suchanfragen) - Altersvorsorge durch Beitragszahlungen
Komplexe Begriffe sorgen für Verwirrung
Besonders auffällig: Selbst scheinbar bekannte Begriffe wie „Hausratversicherung“ oder „Lebensversicherung“ landen in den Top-Rankings. Dies zeigt, dass viele Verbraucher zwar von diesen Versicherungsarten gehört haben, aber deren genaue Bedeutung und Leistungsumfang nicht verstehen.
Der hohe Suchbedarf nach „Regress“ (Platz 3) verdeutlicht, wie schwer es vielen Menschen fällt, die rechtlichen Zusammenhänge zwischen Versicherungen und Schadenverursachern zu durchschauen. Ähnlich verhält es sich mit der „Karenzzeit“ – einem Begriff, der für Versicherungsnehmer oft erst relevant wird, wenn sie eine Leistung benötigen.
Bedarf nach verständlicher Kommunikation
Die Ergebnisse zeigen einen klaren Bedarf nach verständlicherer Kommunikation in der Versicherungsbranche. Dass grundlegende Begriffe wie „Teilkasko“ oder „Haftpflichtversicherung“ monatlich fast 2.000 Mal gesucht werden, deutet darauf hin, dass viele Verbraucher ihre eigenen Versicherungsverträge nicht vollständig verstehen.
Für Versicherungsunternehmen bieten diese Erkenntnisse die Chance, ihre Kommunikation zu verbessern und Kunden durch verständlichere Erklärungen zu unterstützen. Eine transparentere Darstellung der Versicherungsbegriffe könnte nicht nur das Verständnis fördern, sondern auch das Vertrauen zwischen Versicherern und Kunden stärken.
>> Welche Finanzbegriffe laut Oanda die Deutschen am meisten verwirren, erfahren Sie hier.




