Egon Wachtendorf, verantwortlicher Redakteur DER FONDS.

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Graham French: Feuer und Verlässlichkeit?

Was schert mich mein Geschwätz von gestern“ ist ein Zitat, das Konrad Adenauer zugeschrieben wird – auch wenn Deutschlands Uralt-Kanzler diesen Satz vermutlich nie im Munde führte. Zu ihm passen täte er durchaus, genauso wie er seit Montag dieser Woche zu Graham French passt.

Dabei geht es gar nicht so sehr darum, dass der langjährige Star-Manager des M&G Global Basics (WKN: 797735) in besseren Zeiten immer wieder betont hat, er fühle sich seinem Arbeitgeber und damit den Anteilseignern bis zum Jahr 2020 verpflichtet. Eine solche Festlegung kann im hektischen Fonds-Business schnell zu Konflikten führen, zumal wenn familiäre Veränderungen hinzukommen.

Aber dass French sich noch vor wenigen Wochen zu der Aussage hinreißen ließ, er brenne förmlich darauf, den angeschlagenen Fonds in die Zukunft zu führen? Das spricht nicht gerade für Verlässlichkeit und lässt viele Fragen offen, die auch ein eilends produziertes Übergabe-Video mit Nachfolger Randeep Somel nicht beantworten kann.

Am Ende mag der Rückzug eine weise Entscheidung und Somel der bessere Mann für die künftigen Herausforderungen sein. Trotzdem zeigen die Umstände des Wechsels einmal mehr: Für Treueschwüre bietet das Asset Management wenig Platz.

Wer dem M&G Global Basics im eigenen Depot bislang im Vertrauen auf French eine allzu dominante Rolle eingeräumt hat, sollte spätestens jetzt über eine breitere Streuung nachdenken. Auch wenn French – eigenen Worten zufolge – den Fonds weiter als wesentlichen Eckpfeiler seiner ganz persönlichen Altersversorgung ansieht.

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