Griechenland-Anleihen knacken magische Marke

Am späten Vormittag war es soweit: Die Rendite griechischer Staatsanleihen mit zwei Jahren Laufzeit knackte die Marke von 25 Prozent. Wer jetzt also den Mut aufbringt, Griechenland 1.000 Euro für zwei Jahre zu leihen, bekommt über 500 Euro dafür oben drauf.

Wenn er sie denn überhaupt bekommt, denn Marktteilnehmer spielen inzwischen das Szenario einer Umschuldung durch. Und die sieht im Extremfall so aus, dass Anleger nur noch einen Teil ihres Geldes wieder bekommen.

„Aktuell preisen die Märkte eine Verwertungsquote von durchschnittlich 44 Prozent ein“, sagt Jochen Felsenheimer, Geschäftsführer beim Münchner Anleihespezialisten Assenagon Credit Management. Damit würde der Anleger aus dem Eingangsbeispiel nur noch 440 Euro wiedersehen.

Dagegen kommt auch die Europäische Zentralbank (EZB) nicht an. Deren Chefvolkswirt Jürgen Stark hatte im Interview mit dem ZDF-Portal Heute.de vor einer Umschuldung gewarnt. Das könne zu einer Bankenkrise führen, die die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers vor zweieinhalb Jahren noch in den Schatten stellt, so Stark. Und die Haushalts- und Strukturprobleme würden trotzdem nicht gelöst.

Lars Feld, Mitglied des Sachverständigenrats der Bundesregierung, fordert dagegen seit Tagen, dass Griechenland umschuldet – in welcher Form auch immer.

Geht es nach dem Markt, ist die Sache schon entschieden.

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