Griechenland-Krise, Euro-Schwäche, Nullzins-Diskussion

Anleger stürzen sich in Gold

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In den ersten fünf Monaten des Jahres sei die Nachfrage nach Gold bei Degussa Goldhandel um 30 bis 50 Prozent höher als in den Vergleichsmonaten des Vorjahrs gewesen, meldet der Edelmetallhändler. Das Unternehmen verzeichnet bereits in diesem Jahr einen Absatz von deutlich über einer halben Milliarde Euro. Ein Viertel seiner Verkäufe wickelt Degussa Goldhandel mittlerweile online ab.

Die sprunghaft gestiegene Nachfrage erklärt sich das Unternehmen mit der allgemeinen Unsicherheit angesichts der Lage an den Finanzmärkten: Griechenland-Krise, schwacher Euro und verschwindend geringe Zinsen machen den Anlegern zu schaffen. Daher greifen sie nach Beobachtung von Degussa deutlich häufiger vor allem auf Krügerrand-Goldmünzen, Ein-Unze-, 100- oder 200-Gramm-Goldbarren zurück.

Eine lohnenswerte Investition: Von Jahresbeginn bis Ende Mai 2015 hatte das Edelmetall in Deutschland - auch aufgrund des niedrigen Euro-Kurses - einen Wertzuwachs von bis zu 15 Prozent. Viele Anleger, so mutmaßt Wolfgang Wrzesniok, Sprecher der Geschäftsführung, sähen Gold als eine gute Alternative zum Halten von Bargeld.



Die kürzlich veröffentlichten Zahlen des World Gold Council bestätigen die Degussa-Beobachtungen. Die internationale Marketingorganisation der Goldminenindustrie beziffert den Goldabsatz in Deutschland für das erste Jahresquartal auf 32,2 Tonnen – eine Steigerung von 20 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Gemäß der Studie belegt Deutschland damit hinter China und nur knapp hinter Indien den weltweit dritten Platz in Goldankäufen.

Der Trend vom Jahresginn könnte sich mittlerweise jedoch schon wieder gewendet haben. Marktkenner aus den USA und Australien berichten seit Mai von einem radikalen Einbruch im Goldmünzen-Verkauf. Die gesamte Goldnachfrage könnte nach Expertensicht im Gesamtjahr 2015 stark zurückgehen.