Größter Verlust seit 2008

Credit Suisse Group gibt Rohstoffhandel auf

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Grund dafür ist im Wesentlichen die Einigung mit dem US- Justizministerium im Mai über den Vorwurf der Beihilfe zur Steuerhinterziehung für US-Bürger, die Strafzahlungen im Umfang von 2,6 Mrd. Dollar beinhaltete. In einer Umfrage von Bloomberg hatten acht Analysten im Durchschnitt mit einem Nettoverlust von 691 Millionen Franken gerechnet.

“Die Entscheidung, aus dem Rohstoffgeschäft auszusteigen, dürfte im Wesentlichen angesichts der Kapitalschwäche erfolgt sein”, sagte Dirk Becker, Analyst bei Kepler Cheuvreux in Frankfurt. Die Zahlen für das zweite Quartal seien nicht so schwach, beim Investmentbanking habe es überraschenderweise Anzeichen für eine Belebung gegeben, merkte Becker an. Einzig die schwächere Entwicklung der Bruttomarge in der Vermögensverwaltung sei wirklich negativ, fügte Becker hinzu.

Die Credit-Suisse Aktie war in Zürich 1,9 Prozent leichter und notierte bei 25,59 Franken. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 3,6 Prozent verloren. Zum Vergleich: Der Bloomberg Bloomberg Europe Banks and Financial Services Index verlor im gleichen Zeitraum zwei Prozent.

Mit dem Ausstieg aus dem Rohstoffhandel senkt Credit Suisse die Kosten laut eigenen Angaben um rund 75 Millionen Dollar. Die risikogewichteten Aktiva reduzieren sich in der Folge um zwei Milliarden Dollar, das Risiko aus Fremdkapital sinkt um fünf Mrd. Dollar. Im Zins- und Devisengeschäft setzt die Bank ebenfalls auf Einsparungen und will den Handel über elektronische Plattformen ausweiten. Finanzvorstand David Mathers machte am Dienstag im Konferenztelefonat mit Journalisten keine Angaben dazu, wie viele Mitarbeiter der Bank von den Veränderungen betroffen seien.

Die drei Einheiten sind in der sogenannten Macro-Sparte gebündelt. Mit der Reorganisation will die Bank dort 200 Millionen Dollar einsparen, die risikogewichteten Aktiva um acht Milliarden Dollar abbauen und das Risiko aus Fremdkapital um 25 Milliarden Dollar senken.

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