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Thema Nummer 1 auch für die Fondsindustrie - Digitalisierung, Foto: Getty Images

Thema Nummer 1 auch für die Fondsindustrie - Digitalisierung, Foto: Getty Images

Großes Potenzial – zögerlich umgesetzt

Digitalisierung krempelt die Fondsindustrie um

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Die Digitalisierung stellt Vermögensverwalter vor gewaltige Herausforderungen. Das Thema stand auch auf der Konferenz Transfer Agency Summit (ITAS) 2015 im irischen Dublin Ende September ganz oben auf der Tagesordnung. Von den Konferenzbeiträgen zum Thema berichtete Detlef Glow, Research-Leiter Emea beim Analysehaus Lipper:

Nicht Wunderwaffe, sondern Mittel zum Zweck

Die Fondsindustrie sei offensichtlich von Todessehnsucht geprägt, zeichnete Glow zufolge Dominic Hobson, Gründer des Finanznetzwerks COO Connect, ein düsteres Bild vom Ist-Zustand der Digitalisierung in der Fondsindustrie. Die Infrastruktur, die gemeinhin genutzt werde, sei nicht auf der Höhe der Zeit. Vermögensverwalter sollten außerdem ihre Einstellung ändern: Man solle die Digitalisierung nicht als ein Wunderwerk ansehen, das erst ganz neue Möglichkeiten schaffe - sondern vielmehr als ein Werkzeug, mit dem sich bestehende Bedürfnissen befriedigen ließen.

Anand Ramachandran, Senior Director für globale Banklösungen beim Softwareunternehmen Oracle, lobte in seinem Beitrag die Effizienz der digitalen Kundenkommunikation: Unternehmen könnten mit ihren Informationen ein zehnmal so großes Publikum wie auf herkömmlichem Wege erreichen – zu einem Zehntel der Kosten.

Sicherheitslücken

Nachdenklichere Töne schlug Jamie Woodruff an: Digitalisierung biete zwar neue Chancen, sei aber auch ein Einfallstor für schadhafte Einflüsse von außen. Der Technologiechef beim britischen Cyber-Security-Spezialisten Patch Penguin betreibt sogenanntes Friendly Hacking und entlarvt auf diese Weise Sicherheitslücken bei Unternehmen. Obwohl die Kundenkommunikation über Blogs und andere digitale Wege wichtig sei, sollten Unternehmen vorsichtig sein, warnte Woodruff in seinem Konferenz-Beitrag auf der Dubliner ITAS. Selbst sehr verbreitete Content-Management-Systeme seien in puncto Cyber-Sicherheit oft unzulänglich. Vor allem sogenannte Plug-ins, also Softwaremodule, die von außen hinzugenommen das eigene IT-System erweitern, bewertet der Sicherheits-Experte als unsicher, da sie bei Updates der Unternehmens-Software oft außenvorgelassen würden.

Regulierung

Großes Thema während der Dubliner Konferenz war auch die Regulierung der Finanzindustrie. Viele Finanzakteure sehen in Regulierungsmaßnahmen eine oft ungerechtfertigte Beschneidung ihres Handlungsspielraums. Dazu bezog während der ITAS Dublin Jon Willis Stellung. Der Handelsleiter der britischen elektronischen Handelsplattform Calastone sehe Regulierungsmaßnahmen im Finanzsektor eher positiv, so Willis: Sie erhöhten die Marktzugangs-Hürden für neue Fonds und Serviceanbieter. Und eher augenzwinkernd fügte der Calastone-Experte hinzu: Selbst der Gigant Google werde sich lieber auf neue Dronentechnik stürzen als tiefer in die Vermögensverwaltung einzusteigen. Denn es sei leichter, Dronen von A nach B zu lenken, als die Regulationsmechanismen zu durchdringen, denen die Fondsindustrie unterworfen sei, so Willis.

Detlef Glow, der auf der Konferenz als Keynote-Speaker auftrat und jetzt die Konferenz-Beiträge zum Thema Digitalisierung zusammenfasste, schätzt das Thema in der Fondsindustrie selbst als bislang vernachlässigt ein. Eine Fülle von Möglichkeiten werde bislang nicht genutzt – angefangen bei der Kundenkommunikation bis hin zur Abwicklung von Transaktionen, so Glow.

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