Seit der globalen Finanzkrise 2008/2009 gilt die Duration als wichtigstes Instrument zur Absicherung von Bonitätsrisiken. Unsere Analysen zeigen, dass zwischen 2008 und 2020 die Korrelation zwischen den Credit-Spreads und den Renditen von Staatsanleihen häufig negativ war.1  Diese Korrelation hat sich jedoch grundlegend verändert - seit dem Inflationsschub im Jahr 2021 ist sie tendenziell positiv geworden. 

Duration als Absicherung gegen Bonitätsrisiken

Zwischen 2011 und 2020 erzielten Portfolios aus Unternehmensanleihen (Credits) sehr gute Ergebnisse. Denn infolge geringen Wachstum und niedriger Inflation sanken die Marktrenditen - die Anleihenkurse stiegen entsprechend.

In diesem Zeitraum ermöglichte ein Durations-Engagement eine gute Absicherung von Bonitätsrisiken. So zeigen unsere Untersuchungen, dass bei einer deutlichen Ausweitung der Credit-Spreads (um 10 Basispunkte oder mehr) die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen auf Wochen- und auf Monatsbasis im Schnitt zurückgingen.

Änderung der Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen bei einer Ausweitung der US-Credit-Spreads um 10 Basispunkte oder mehr

Dieser Zusammenhang änderte sich jedoch, als die Inflationsraten 2021 anzogen. Seither erzielten globale Staatsanleihen relativ schlechte Ergebnisse und wiesen eine Schwankungsbreite (Volatilität) auf, die der von globalen Hochzinsanleihen ähnelt.

Betrachtet man erneut Phasen mit einer deutlichen Ausweitung der Credit-Spreads, nun im Zeitraum von 2021 bis 2025, stellt man folgendes fest: Die Renditen von US-Staatsanleihen sanken auf Wochenbasis zwar weiterhin, auf Monatsbasis war jedoch das Gegenteil der Fall. Das deutet darauf hin, dass die durch ein Durations-Engagement erzielte Kompensation nur von kurzer Dauer war.

Wertentwicklung und Volatilität globaler Anleihengattungen (2021–2024)

Dynamischer Ansatz für das Durations-Management

Ein Durations-Engagement kann positiv zur langfristigen Renditen beitragen, muss jedoch dynamischer gesteuert werden. In den letzten 40 Jahren galt die Duration als etwas, das man einfach „kaufen und halten” sollte. Wir halten diesen Ansatz für unbeschränkte Anleihenstrategien, die an schwankungsintensiven Märkten bessere risikobereinigte Renditen anstreben, nicht mehr für angemessen.

Ein Umfeld verstärkter Schwankungen mit kürzeren Zyklen erfordert es zum einen, sich stärker auf das aktive Durations-Management für das Gesamtportfolio zu konzentrieren. Zum anderen gilt es, die Wechselwirkung von Duration und Risikoanlagen im Blick zu behalten.

Bei unbeschränkten Anleihenportfolios mit Multi Credit-Ansatz ist ein Durations-Engagement unseres Erachtens nur dann sinnvoll, wenn dies Diversifizierungsvorteile erwarten lässt. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn die Korrelation zwischen den Credit-Spreads und den Renditen von Staatsanleihen negativ ist. Bei einer positiveren Korrelation, etwa in Zeiten hoher Inflation, ist ein geringeres Durations-Exposure unserer Meinung nach vorteilhafter.

Geändertes Umfeld verlangt Agilität

Das heutige Marktumfeld macht aus unserer Sicht einen flexiblen, reaktionsschnellen Ansatz bei der Steuerung der Duration in Anleihenportfolios erforderlich. Die genaue Beobachtung der Marktstimmung in Bezug auf Rezessions- und Inflationsrisiken sowie die aktive Anpassung des Durations-Exposures an sich verändernde makroökonomische Bedingungen waren entscheidend für den Erfolg unseres Teams und unserer Strategie im Hinblick auf die Risikominderung. Bei unbeschränkten Anleihestrategien halten wir ein agiles Durations-Management heute und auch in Zukunft für unverzichtbar.

Erfahren Sie mehr zum Thema Duration Management in Unconstrained Bond Strategien, hier.

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1 Quelle: L&G, Bloomberg; Stand: 30. September 2025

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