Noa-Bank-Gründer Francois Jozic

Noa-Bank-Gründer Francois Jozic

Grüne Noa Bank macht dicht

„Ich höre auf zu kämpfen“, so Noa-Bank-Gründer Francois Jozic (37) auf der Internetseite seiner Bank. „Der Bafin wurden bis zu diesem Tag viele Vorschläge von potentiellen Investoren unterbreitet, aber keiner schien sie zu befriedigen." Er habe sich deshalb entschlossen, die Noa Bank von der Finanzaufsicht "schließen zu lassen".

Für Jozic ist die Sache klar: „Das gesamte Finanzsystem ist selbstorganisiert, um unbeweglich zu sein. Ich habe versucht, es zu ändern, aber ich bin gescheitert.“ Die Schuld an seinem Scheitern trage die Bafin. Ihre Ankündigung, der Bank die Lizenz zu entziehen, habe "verschiedene Investoren verschreckt".

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Jozic gründete die Bank erst im November 2009. Gelockt hatte er damals mit hohen Zinsen auf Tages- und Festgeldkonten und dem Versprechen völliger Transparenz. Seine Parole: „Keine Spekulation“. Die Kunden sollten selbst entscheiden, was mit ihren Spareinlagen passiert. Ob sie in Kredite für den Mittelstand, in Umwelt-, Kultur- oder Gesundheitsprojekte fließen sollten.

In kurzer Zeit sammelte die Noa Bank rund 300 Millionen Euro ein. Allerdings konnten nur etwa 60 Millionen Euro an Krediten vergeben werden. Ein Problem, schließlich mussten die großzügigen Zinsen für die eigenen Kunden finanziert werden. Bereits im April erklärte die Bank deshalb, vorübergehend kein neues Tagesgeld mehr anzunehmen.

Der Anfang vom Ende begann jedoch, als Jozic die Factoring-Firma Quorum, dann Noa Factoring, mit dem Geldinstitut verschmolz. Die Idee: Das Unternehmen kaufte Firmen ihre offenen Forderungen ab, um diese dann später einzutreiben. Noa Factoring war mit rund 26 Millionen Euro der mit Abstand größte Kreditnehmer der Noa Bank. Wegen ihrer Insolvenz habe die Überschuldung der Bank gedroht, heißt es von der Bafin.

Nun brauchen die Kunden der Noa Bank viel Geduld. Ihre Einlagen sind erst einmal eingefroren. Verloren ist das Geld allerdings nicht. Die Entschädigungseinrichtung der deutschen Banken sichert die Einlagen in Höhe von 50.000 Euro pro Kunde ab.  Es kann jedoch Monate dauern, bis die Bafin den Entschädigungsfall feststellt und die Entschädigungseinrichtung die Gelder zurückzahlt.

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