Solar- und Windpark in Sachsen-Anhalt Foto: imago images / imagebroker

Grüne Wende in der Finanzbranche

Diese Aktien haben Vermögensverwalter im Blick

Die Covid-19-Krise und die politischen Reaktionen haben in Deutschland und Europa vieles verändert: Die Europäische Union hat den sogenannten Green Deal verabschiedet, mit dem die Emission von Treibhausgasen bis 2050 auf null heruntergefahren werden soll. Und die Bundesregierung hat massive Konjunkturprogramme zur Förderung einer nachhaltigen Wirtschaft aufgelegt. Dazu zählt etwa die Nationale Wasserstoff-Strategie: Mit fast 10 Milliarden Euro unterstützt sie den zügigen Markthochlauf von grünem Wasserstoff, der komplett mit Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird.

Einer der größten Profiteure dieser Strategie sind die Produzenten ökologisch sauberen Stroms. Dazu zählen die Bauer und Betreiber von Solar- und Windkraftparks. Gut gefällt uns etwa Energiekontor (ISIN: DE0005313506). Die Firma aus Bremerhaven startete vor 30 Jahren mit Windparks und erweiterte ihr Geschäft 2010 auf Solarparks.

Seit dem Jahr 2000 ist die Aktie börsennotiert und zeigt einen Chart, der Hoffnung auf einen sehr, sehr langfristigen Boden macht. Konkret: Nach gut 15 Jahren unterhalb von 25 Euro ist der Kurs nach einem relativ milden Corona-Absturz quasi explodiert. Zum aktuellen Kurs (36 Euro) passt, dass Energiekontor im Jahr 2020 ein deutliches Umsatz- und Gewinnwachstum erwartet.

Auch im Bereich Energieeffizienz von Gebäuden finden wir vielversprechende Unternehmen. 35 Prozent des Energieverbrauchs hierzulande entfallen allein auf den Gebäudesektor. Die Energiedämmung von Neubauten und des Altbestands bietet also einen großen Hebel, um den Zielen des Green Deal näher zu kommen. In der Tat meldet der Bund eine hohe Nachfrage nach den Förderprogrammen für Energieeffizienz.

Von dieser Entwicklung profitiert Steico mit seinen natürlichen Holzfaser-Dämmstoffsystemen kurz- und langfristig. Das Unternehmen mit Sitz in Feldkirchen wuchs trotz Corona im ersten Halbjahr und geht von einer weiter steigenden Nachfrage in den nächsten Monaten aus. Die Aktie (DE000A0LR936) zeigt einen starken Trend, der Anlegern aus unserer Sicht auf lange Sicht wegen des enormen Potenzials Freude machen dürfte.

Last but not least interessant ist aus unserer Sicht Dr. Hönle mit Sitz in Gräfelfing. Der Spezialist für die Entkeimung von Oberflächen profitiert von dem stark gestiegenen Hygienebewusstsein im Zuge der Corona-Krise. Mit seiner Tochter Sterilsystems GmbH sorgt das Unternehmen zudem für die Entkeimung der Luft in Räumen, in denen sich viele Personen aufhalten oder die eine hohe Kontamination aufweisen – etwa Produktions-, Aufenthalts-, Praxis-, Meeting-, Wellness- oder Hotelräume.

Zu den Kunden zählt auch das größte und modernste Krankenhaus in Kuwait. Rückenwind bekam Dr. Hönle von der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität: Dort wurde der Nachweis erbracht, dass UVC-Strahlen für die Entkeimung bei Corona-Viren sorgen. Chart-Technisch ist die Aktie (DE0005157101) aktuell ebenfalls einen Blick wert. Nach dem Hoch bei 90 Euro im Jahr 2018 korrigierte das Papier heftig bis auf 30 Euro im Zuge von Corona (Bild, eine Kerze = ein Monat). Seither geht es explosiv bergauf.

Stephan Albrech ist Vorstand der Albrech & Cie. Vermögensverwaltung.

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