Grundbesitz Europa: Die Eurovision

Grundbesitz Europa: Die Eurovision

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Es war der erste handfeste Skandal der als grundsolide geltenden Fondskategorie. Fonds zu, niemand kam rein, niemand raus; offen war nur, welchen Wert ein Fondsanteil hatte. Heute geht es vielen Anlegern ähnlich: Massive Abflüsse haben viele Manager offener Immobilienfonds gezwungen, die Rücknahme von Anteilen vorübergehend einzustellen. In der aktuellen Krise der offenen Immobilienfonds, die Erinnerungen an das Jahr 2005 weckt, steht der im Mai 2007 in Grundbesitz Europa umbenannte Fonds weit besser da: Er ist, nicht zuletzt dank einer hohen Cash-Quote, offen geblieben. Anleger kommen jederzeit aus dem Fonds heraus, wollen dies aber offensichtlich gar nicht: Mit gerade knapp 170.000 Euro zogen Investoren 2008 kaum Geld aus dem gut 2 Milliarden Euro schweren Fonds ab. Das dürfte nicht zuletzt auf die Wertentwicklung der vergangenen Jahre zurückzuführen sein. Die „Wiedergeburt“, eingeleitet durch einen Umbau des ursprünglich Deutschland-lastigen Portfolios, gipfelte zunächst in einem äußerst erfolgreichen Verkauf eines Immobilienpakets, das aus 68 deutschen Immobilien bestand. Der Verkauf führte zu einer für die Anlageklasse kaum vorstellbaren Rendite von 15,4 Prozent im Jahr 2007 und leitete den Umbau zu einem Europa-Fonds ein.  Mittlerweile besitzt der Fonds 29 Immobilien aus sechs europäischen Ländern, gemessen an den jeweiligen Verkehrswerten liegen davon knapp 15 Prozent in Deutschland. Schwerpunkte des Fonds sind Großbritannien (29 Prozent) und Frankreich (22 Prozent), gefolgt von Spanien (19 Prozent) und Deutschland. Drei niederländische und zwei italienische Immobilien bilden den Rest des Portfolios. Die Immobilien sind zum überwiegenden Teil Bürogebäude und Einkaufszentren.  2008 hat der Grundbesitz Europa trotz seiner hohen Kasse-Quote von teilweise über 35 Prozent (aktuell: 33 Prozent) 5,0 Prozent Rendite erwirtschaftet. Damit liegt er etwas über dem Durchschnitt aller offenen Immobilienfonds, der 2008 bei 4,7 Prozent lag. Grundbesitz Europa
Gesellschaft: DWS
Fondsmanager: Rreef Investment
Auflage: Oktober 1970
WKN: 980700
Managementgebühr: 1 Prozent p.a.
Anlageklasse: Offene Immobilienfonds
Rolle in der Asset Allocation: Defensives und stabilisierendes Immobilieninvestment Das sagen Berater über den Grundbesitz Europa Susanne Spenger, Susanne Spenger Individuelle Finanzplanung, Rudelzhausen

"Die Fonds der Deutschen Bank Immobilien Gesellschaft Rreef haben im Jahr 2005 Ihren individuellen Crashtest überstanden, die Portfolios reallokiert und neu aufgestellt. Zum Vorteil reicht den Grundbesitz Fonds Europa und Global derzeit dass Sie auf den Vertrieb der Muttergesellschaft zurückgreifen können. Ähnlich wie bei den Fonds der Commerzbank, der Union und der Deka ist hier die Schließungsgefahr deutlich geringer als bei Gesellschaften ohne eigenen Vertrieb. Das Risiko einer Schließung ist gleichwohl nicht wegzudiskutieren. Wenn Anleger allerdings eine höhere Rendite als am Geldmarkt erzielen wollen, müssen Sie im Zweifel auch bereit sein, etwas mehr Risiko einzugehen. Absolute Sicherheit gibt es nicht. Allgemein herrscht eine große Verunsicherung bei allen Formen der Kapitalanlage vor. Bei vielen Anlegern spielt derzeit die Angst vor aufkommender Inflation oder sogar einer Währungsreform eine Rolle. Hier haben Immobilienfonds den Vorteil von indexierten Mietverträgen und stellen somit als Sachwert eine beträchtliche Sicherheit dar."