Gute Aussichten für den Goldpreis - Yellen sei Dank

Die Aussichten für den Goldpreis werden von Analysten wieder zuversichtlicher eingestuft. Denn die jüngsten Aussagen der designierten Fed-Chefin Janet Yellen signalisierten, dass die US-Notenbank mit ihrer lockeren Geldpolitik noch eine Weile Kurs halten wird - und das dürfte die Nachfrage nach dem Edelmetall als sicheren Hafen antreiben.

In einer Umfrage von Bloomberg News rechnen 18 Ökonomen mit einem in dieser Woche steigenden Goldpreis. Neun Volkswirte erwarten hingegen einen Rückgang und zwei sind neutral eingestellt. Damit hat der Anteil der Gold-Bullen das höchste Niveau seit dem 4. Oktober erreicht.

Der Goldpreis hat zwischen Dezember 2008 und Juni 2011 um 70 Prozent zugelegt, während die Fed mehr als 2 Billionen Dollar in das Finanzsystem gepumpt hat.

Sorgen um einen Rückbau der quantitativen Maßnahmen in den USA hatten Gold unter Druck gesetzt. Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis in London um etwa 23 Prozent gefallen. Doch aus den Aussagen von Yellen aus der vergangenen Woche lässt sich schließen, dass ein Rückbau nicht unmittelbar bevorsteht.

Yellen hatte bei ihrer Anhörung vor dem Bankenausschuss des Kongresses gesagt, dass sich Wirtschaft und der US-Arbeitsmarkt derzeit “deutlich unterhalb ihres Potenzials” entwickelten. Sie werde sicherstellen, dass die geldpolitischen Stützungsmaßnahmen nicht zu früh zurückgefahren werden.

US-Präsident Barack Obama hatte Yellen im Oktober dieses Jahres als neue Vorsitzende der Federal Reserve nominiert. Die Amtszeit des aktuellen Fed-Chairmans Ben S. Bernanke endet am 31. Januar.

“Es ist unwahrscheinlich, dass Bernanke irgendwas bei seinem letzten Treffen unternehmen wird, wenn er erkennt, dass sein Nachfolger lieber die Politik unverändert lassen würde”, sagte Nic Brown, Leiter Rohstoffanalyse bei Natixis in London. “Auch der Dollar dürfte fallen. Das ist kurzfristig alles potenziell positiv für den Goldpreis.”

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