Gute Mine zur schlechten Stimmung

Die Maricunga Goldmine in Chile<br>Quelle: Kinross Gold

Die Maricunga Goldmine in Chile
Quelle: Kinross Gold

// //

„Gut, dass es vorbei ist.“ Das Fazit von Markus Bachmann zum vergangenen Börsenjahr verwundert nicht. Als Verwalter des Craton Capital Precious Metal fuhr der in Südafrika lebende Schweizer 2008 ein Minus von 44,5 Prozent ein. Für einen Aktienfonds nichts Ungewöhnliches, auch wenn viele Anleger sicher mehr erwartet hätten: Schließlich investiert Bachmann in Goldminenaktien, und das edle Metall gewann 2008 auf Eurobasis mehr als 10 Prozent an Wert. In der Ausverkaufsstimmung kannte der Aktienmarkt jedoch keine Verwandten – da mochte Bachmann im vergangenen Herbst noch so sehr die günstigen Einstiegschancen beschwören. Goldaktien: erst Krise, dann Knaller Immerhin: Seit Mitte Oktober stieg der Anteilspreis des Craton Capital Precious Metal bereits wieder um 47 Prozent. Der BGF World Gold von Blackrock, das Schwergewicht unter den Minenfonds, legte im gleichen Zeitraum sogar um fast 60 Prozent zu. Newport und Goldcorp, die beiden weltgrößten Minenbetreiber, schafften in 120 Tagen über 80 Prozent und bestätigten damit den gehebelten Gleichlauf zum Rohstoff. 475 Dollar Produktionskosten Die Produktionskosten einer Unze betragen aktuell wegen des niedrigen Ölpreises – wichtig wegen des energieintensiven Abbaus – und der schwachen Währungen in den Produktionsländern im Schnitt nur 475 Dollar. Trotz der Erholung der Minenaktien und der glänzenden Zukunftsaussichten des Metalls stehen Anleger und Berater aber vor einer schwierigen Wahl: 33 Goldfonds sind derzeit in Deutschland auf dem Markt, und kaum einer gleicht dem anderen. Zudem ist nicht nur Gold oder Goldmine drin, auch wenn Gold draufsteht. Und nur grob lassen sich die Fonds in zwei Kategorien einteilen: in reine Minenaktienfonds und in Fonds, die direkt Gold kaufen. Minenfonds sind klassische Aktienfonds mit einem üblichen Marktrisiko und mitunter sehr heftigen Schwankungen. Beispiel Craton: Manager Bachmann investiert in eher kleinere Minen, der durchschnittliche Unternehmenswert beträgt aktuell 1,8 Milliarden Dollar.