GVS-Geschäftsführer Guido vom Schemm Warum Anleger ihr Geld in Russland verdoppeln können

Russlands Präsident Wladimir Putin beim Angeln: GVS-Chef Guido von Schemm hält russische Aktien für lukrativ | © Getty Images

Russlands Präsident Wladimir Putin beim Angeln: GVS-Chef Guido von Schemm hält russische Aktien für lukrativ Foto: Getty Images

In den Mainstream-Medien kommt Russland meist schlecht weg. Vor allem die USA aber auch Länder innerhalb Europas versuchen Russland den wirtschaftlichen Aufschwung durch Sanktionen zu vermiesen. Auch bei Investoren war der Kauf von russischen Aktien in den letzten Jahren nicht en vogue.

Das frühe WM-Aus in Russland hinterließ zudem bei zahlreichen Deutschen einen faden Beigeschmack in Sachen Russland. Dies sollten Investoren jedoch ausblenden, denn Putin führt das Land still und leise zu neuem Wirtschaftswachstum, sorgt für weniger Abhängigkeit von Amerika sowie Europa und hat mit China einen starken Verbündeten. Grund genug um, sich den russischen Aktienmarkt genauer anzuschauen, bevor der Zug nach Moskau abgefahren ist.

Die Rahmenbedingungen in Russland verbessern sich

Die russischen Daten sind fast zu schön, um wahr sein. Die Staatsverschuldung liegt bei nur 15 Prozent im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt. Davon können andere Länder nur träumen. Zum Vergleich: in Deutschland liegt diese bei 64, in den USA bei 108 und in Japan bei 236. Die Wirtschaft wächst um 1,8 Prozent und die Arbeitslosenquote liegt bei unter fünf Prozent. Die Agrarwirtschaft wurde umstrukturiert und modernisiert. Vom großen Weizenimporteur ist man heute einer der größten Weizenexporteure der Welt. Sowieso ist Russland ein Rohstoffriese. Neben Erdöl, Gas und Weizen verfügt das riesige Land über enorme Kupfer, Nickel- und Kohlevorkommen.

Putin verringert geschickt die Abhängigkeit von Amerika und Europa
Russlands Zentralbank hat im vergangenen Jahr eine Rekordmenge von 8,8 Mio. Unzen (rund 274 Tonnen) Gold gekauft. Dies sind 22 Prozent mehr als noch 2017. Somit verfügt Russlands Zentralbank derzeit (offiziell) über 2112 Tonnen Gold. Mit dem massiven Ausbau der Bestände schütz Russland sich vor Währungsrisiken. Das Weltfinanzsystem ist so aufgebaut, dass 70 Prozent des gesamten Zahlungsverkehrs auf den US Dollar entfallen. Doch jede Leitwährung, ob Dollar oder Euro, ist stark von Schulden belastet, sodass ihr Wert langfristig sinken muss.