Wilfried Kempchen, OVB

Wilfried Kempchen, OVB

Halbjahreszahlen: OVB meldet massiven Gewinneinbruch

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Die Gesamtvertriebsprovisionen brachen um 24 Prozent von 132,5 Millionen auf 100,7 Millionen Euro ein. Besonders betroffen war die Region Mittel- und Osteuropa, wo die Vertriebsleistung um 34,4 Prozent auf 41,9 Millionen Euro sank. Vor allem die Landesgesellschaften in der Slowakei, Polen und Ungarn mussten spürbare Einbußen hinnehmen. In Deutschland erreichten die Gesamtvertriebsprovisionen 37,5 Millionen Euro, was im Vorjahresvergleich einem Minus von 9,4 Prozent entspricht. Eine positive Umsatzentwicklung der jungen Landesgesellschaften in Süd- und Westeuropa wurde durch einen stark rückläufigen Produktabsatz in Österreich überlagert, wo das Kapitalanlagegeschäft besonders stark einbrach. Das operative Ergebnis der OVB belief sich in den ersten sechs Monaten 2009 auf 4,9 Millionen Euro. Damit liegt es markant unter dem Vorjahreswert von 16,7 Millionen Euro. Der Nettogewinn liegt mit 3,7 Millionen Euro 74 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Gesellschaft macht das schwache Neugeschäft für den Einbruch verantwortlich. Wir sind sicher, dass die gegenwärtige Talsohle wieder in einen neuen Aufschwung münden wird, allein der Zeitpunkt der Wende ist offen", sagte der neue Vorstand Wilfried Kempchen. OVB hatte sich Ende Juli von dem langjährigen Vorstandschef Michael Frahnert getrennt und kurze Zeit später eine Gewinnwarnung vermeldet. Einen Zusammenhang mit dem Geschäftsverlauf hat die Gesellschaft jedoch stets verneint. OVB räumt Bilanzierungsfehler ein Kürzlich waren Vorwürfe laut geworden, Frahnert und sein ebenfalls im Unternehmen beschäftigter Sohn hätten Bilanzmanipulationen vorgenommen. Laut Handelsblatt hat die OVB nun Bilanzierungsfehler eingeräumt. So soll die Gesellschaft den Bilanzposten „Steuerrückstellungen“ zu gering angesetzt haben. Demzufolge wurde das Eigenkapital um knapp 790.000 Euro zu hoch ausgewiesen.

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