Blick auf Hamburg von der Aussichtsplattform der Elbphilharmonie Foto: Pixabay

Studie der Comdirect

Hamburg holt im Fintech-Ranking auf

Berlin ist auch die Hauptstadt der Fintechs: Von den knapp 950 jungen Finanzfirmen in Deutschland haben mehr als 300 ihren Sitz in der Stadt, zeigt die aktuelle Comdirect Fintech-Studie. Deutlich wird die Sonderstellung Berlins auch bei der Analyse des Wagniskapitals. Seit Anfang 2019 sind demnach 1,8 Milliarden Euro in Berliner Fintechs geflossen. Dies entspricht 66 Prozent der gesamten Investitionen in Finanz-Start-ups in Deutschland in diesem Zeitraum. Verglichen mit der Vorjahresstudie ist der Anteil aber leicht rückläufig (72 Prozent). Allein im vergangenen Jahr lag Berlin sogar erstmals unter der Marke von 50 Prozent.

„Zwar ist immer noch fast jedes dritte Fintech in Deutschland in Berlin angesiedelt, die Bundeshauptstadt hat aber erstmals weniger Fintechs als die darauffolgenden drei Städte München, Hamburg und Frankfurt zusammen“, sagt Matthias Hach, Bereichsvorstand Comdirect bei der Commerzbank. Auf Rang zwei liegt weiterhin München mit 116 Start-ups, 20 davon wurden seit Anfang 2019 gegründet. In Fintechs der bayerischen Landeshauptstadt investierten Wagniskapitalgeber seither 433 Millionen Euro.

Hamburg zieht an Frankfurt vorbei und belegt Platz drei der wichtigsten Fintech-Standorte in Deutschland. In der Hansestadt gab es zuletzt 17 Neugründungen und 27 Finanzierungsrunden. Mit 139 Millionen Euro wurde in Hamburg aber deutlich weniger in Finanz-Start-ups investiert. Frankfurt folgt im Fintech-Ranking auf Rang vier, Köln vor Düsseldorf auf Rang fünf. Stuttgart belegt Platz sieben.

Zahl der Neugründungen rückläufig

Insgesamt ist die Zahl der Neugründungen zuletzt zurückgegangen. Im vergangenen Jahr gab es im Vorjahresvergleich bis zum 30. September ein Minus von 9 Prozent, 2019 waren es im Gesamtjahr sogar 17 Prozent. Im Jahr 2020 verzeichnete die Comdirect in ihrer Fintech-Studie zudem erstmals seit der ersten Erhebung 2012 einen Rückgang beim Wagniskapital. In den ersten neun Monaten des Jahres wurden 953 Millionen Euro in junge Finanzunternehmen investiert – ein Minus von 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Außerdem gab es 2020 weniger Finanzierungsrunden.

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