Die bislang vorgelegten Modernisierungspläne der LBMA sehen die Schaffung einer Onlineplattform für den OTC-Handel vor, wo die dadurch generierten Daten in eine Datenbank fließen. Damit wäre eine tiefergehende Analyse der Handelstransaktionen gewährleistet, was laut der LBMA eine größere Transparenz sicherstellen würde. Verbunden mit diesem Vorschlag sei die Hoffnung auf eine Stärkung des Goldhandels sowohl bei der Größe als auch bei der Marktliquidität.

„Mehr Transparenz erfüllt nicht nur die Erfordernisse der Regulierer, sondern dient auch dem Markt als Ganzem“, stellte LBMA-CEO Ruth Crowell jetzt im Gespräch mit Bloomberg in London fest. „Wir streben einen Wandel im Sinne von mehr Effizienz und einer Weiterentwicklung des Marktes an“, sagte sie. Dabei werde von allen LBMA-Mitgliedern die Offenlegung der Transaktionen verlangt. Täten sie das nicht, verlören sie den Vorteil des Goldhandels OTC ohne Zahlung der Umsatzsteuer, sagte Crowell.

Eine andere Herangehensweise verfolgt das World Gold Council. Die Organisation - sie versteht sich als Marketinginstrument und wird finanziert von 18 Minenunternehmen - hat Kontakte geknüpft zur LME und einer Gruppe von Banken mit dem Ziel, Future-Kontrakte in London anzubieten, wie zwei mit den Vorgängen vertraute Personen im Januar sagten. Unter den Banken, sagten die informierten Personen, fänden sich unter anderem die ICBC Standard Bank, Citigroup, Morgan Stanley, Goldman Sachs und Société Générale.

„Ein börsenbasierter, geklärter Markt hätte unmittelbare Vorteile für Produzenten und Händler wie uns“, sagte der Handelsleiter Brad Yates von Elemetal in Dallas, einem der führenden Verarbeiter in den USA. Die Preisermittlung sei viel einfacher und die Aufschläge enger, wenn Angebot und Nachfrage auf dem Bildschirm erschienen.

Ob ein Wandel allerdings tatsächlich zustande kommt ist ebenso strittig wie die Richtung. Analyst Ronan Manly von BullionStar Pte in Singapur verweist darauf, dass es bereits früher Versuche für eine Neuausrichtung des Londoner Edelmetallhandels gegeben habe, die eher enttäuschende Ergebnisse gebracht hätten.

Keinen Zweifel hegen Marktteilnehmer, dass London als gut etablierter Goldhandelsplatz in der Zeitzone genau zwischen New York und Schanghai weiterhin seinen Platz haben wird. „London ist ein sehr alter Goldmarkt, aber er vibriert und es gibt viel junges Blut hier“, sagte Ross Norman, der CEO von Goldhändler Sharps Pixley.