Visualisierung eines Jaguar-Prototyps für ein Videospiel: Von der zunehmenden Digitalisierung profitieren auch Cloud-Firmen.   | © Getty Images

Hanetf-Experte Andre Voinea

Europäische Anleger stehen beim Cloud-Aufstieg im Abseits

Anleger, die mit thematischen Investments vertraut sind, werden bemerkt haben, dass vor allem ein bestimmtes Thema in 2019 schnell wachsenden Nettomittelzuflüsse verzeichnen konnte. Es handelt sich hierbei um den Cloud-Sektor.

Vermögenswerte in Cloud-ETFs haben sich während des Zeitraums 2017 bis 2019 in den USA mehr als vervierfacht und erreichten 2,8 Milliarden US-Dollar im September dieses Jahres. Europäische Investoren scheinen bisher weniger überzeugt. Trotzt verfügbarer ETFs stand das Gesamtvermögen erst bei 28 Millionen US-Dollar.

Wie lässt sich diese Divergenz erklären? Sind US-Investoren zu optimistisch in Bezug auf die Cloud oder haben die Europäer das Potenzial dieses Sektors bisher unterschätzt? Eine Erklärung könnte die Nähe von US-Investoren zu Unternehmen aus dem Cloud-Bereich sein.

Von den 50 größten Cloud-Unternehmen sind mehr als 90 Prozent in Nordamerika ansässig, der Rest überwiegend in Asien. Investoren in Nordamerika werden mit größerer Wahrscheinlichkeit in den lokalen Medien auf Nachrichten über diese Unternehmen stoßen und sich daher der Entwicklung des Sektors und seiner positiven Aussichten bewusster sein.

 Abbildung 1: In Cloud-ETFs investiertes Vermögen

Quelle: Hanetf, Bloomberg, Stand September 2019

Hype oder Realität? Ein Blick auf die Fundamentaldaten

Aber nur weil eine Untergruppe von Investoren in eine bestimmte Unternehmensgruppe investiert, bedeutet dies nicht, dass andere blind folgen sollten. Werfen wir also einen Blick auf die Grundlagen des Cloud-Sektors, um das jüngste Vertrauensvotum der US-Investoren zu bewerten.

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