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Rät zu Zertifikaten: Harald Kärcher, Eberhardt & Cie. Vermögensverwaltung | © Eberhardt & Cie.

Vermögensverwalter Harald Kärcher Die richtigen Investments für seitwärts laufende Aktienmärkte

Verschiedene Konjunkturdaten versprechen nichts Gutes: Folgerichtig erwartet die Bundesregierung in Deutschland im laufenden Jahr nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,5 Prozent. Zuvor war sie noch von einem doppelt so hohen Plus ausgegangen.

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum gesenkt - von 2,1 Prozent im Sommer 2018 auf zuletzt nur noch 0,8 Prozent. Seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft reduzierte der IWF schon dreimal. Jetzt liegt die Erwartung für 2019 nur noch bei einem Zuwachs von 3,3 Prozent. Die Gründe sind bekannt: Handelskonflikte der USA mit China und der EU, das Brexit-Theater, die Geldwesten-Proteste in Frankreich sowie die schwächelnde Autoindustrie in Deutschland. Das alles kostet Wirtschaftswachstum.

Aus Sicht der Aktienanleger gibt es jedoch auch positive Faktoren. Neben der lockeren Geldpolitik der führenden Notenbanken sind das vor allem die noch immer günstigen Bewertungen. So liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Dax mit weniger als 13 unter seinem historischen Durchschnitt. Kein Wunder, dass Vorstände und Aufsichtsräte Aktien der eigenen Unternehmen kaufen. Das Insiderbarometer ist positiv, allerdings fallend.

Aktienhausse neigt sich dem Ende

Unter dem Strich lassen die beschriebenen Rahmenbedingungen in den kommenden Monaten an den Aktienmärkten eine Seitwärtsbewegung erwarten. Auch leicht fallende Kurse sind durchaus möglich. Das Gros der Anleger ist bereit, allenfalls auf niedrigerem Kursniveau als heute in Aktien zu investieren. Darauf weist der Umstand hin, dass die Rally der zurückliegenden Monate bei ausgesprochen geringen Handelsumsätzen stattfand.

In diesem Umfeld sind defensive Zertifikate wie Aktien- und Indexanleihen oder Discountzertifikate adäquate Investments. Im Prinzip funktionieren Aktienanleihen wie Rentenpapiere. Auch bei ihnen sind der Kupon, die Laufzeit und die Prozentnotierung entscheidend. Einen wesentlichen Unterschied gibt es aber: Die Rückzahlung erfolgt entweder zum Nennwert oder in Aktien.

Deshalb sind folgende Punkte zu beachten:

  • Emittent: Die Aktienanleihe hat den Charakter einer Inhaberschuldverschreibung, das heißt, Anleger sollten immer einen Emittenten mit erstklassiger Bonität wählen, um das Ausfallrisiko möglichst zu minimieren.
  • Basiswert: Zudem sollten Investoren Aktienanleihen nicht nach der Rendite aussuchen, sondern nur solche Papiere kaufen, deren Basiswert sie positiv einschätzen.
  • Sollte am Ende der Laufzeit die Rückzahlung der Anleihe in Aktien erfolgen, so ist der Kaufkurs in jedem Fall günstiger, als der Aktienkurs zum Zeitpunkt des Anleihekaufs gewesen ist. Bei einem Risikopuffer von zehn bis 20 Prozent und einer Laufzeit von ein, zwei Jahren sind Renditen von drei bis sechs Prozent pro annum möglich. Wichtig ist eine sorgfältige und konservative Auswahl der Basistitel. Außerdem sollten Anleger beachten, dass sie bei Aktienanleihen keine Dividenden vereinnahmen.
  • Investoren, die das Einzelwertrisiko eliminieren möchten, können auf eine Indexanleihe setzen. Durch die breite Streuung wird das Risiko reduziert. Damit verbunden ist jedoch eine geringere Renditechance.

Discountzertifikate gleichen in ihrer Charakteristik Aktienanleihen. Bei ihnen stammt jedoch die Rendite nicht vom Zinskupon, sondern vom Kursgewinn.

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