„Hart aber fair“-Moderator zieht Konsequenzen

Plasberg: "Wir haben uns einen dicken Schnitzer erlaubt"

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Die Zusammenarbeit mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) hat für scharfe Kritik an TV-Moderator Frank Plasberg und seiner Produktionsfirma Ansager & Schnipselmann gesorgt. Im Interview mit dem Medienmagazin DWDL.de spricht Plasberg erstmals über die Vorwürfe und Konsequenzen, die seine Firma Ansager & Schnipselmann daraus ziehen wird.

Ansager & Schnipselmann hatte im Auftrag des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Einladungen zur Jahrestagung des Verbands am 25. November in Berlin verschickt. Allerdings trugen die Schreiben die „Hart aber fair“-Signatur. Das brachte dem Moderater den Vorwurf eines handfesten Interessenkonflikts ein und sorgte auch beim WDR für Ärger. 

Zusammenarbeit mit dem GDV beenden

„Wir haben uns einen dicken Schnitzer erlaubt, der uns mächtig auf die Füße gefallen ist“, erklärt Plasberg im DWDL-Interview. Die falsche Signatur unter den Einladungsschreiben für den Versicherungstag habe den Eindruck erweckt, man würde nicht klar zwischen der redaktionellen Arbeit für „Hart aber fair“ auf der einen und dem Auftrag für eine journalistisch aufbereitete Diskussionsrunde beim GDV auf der anderen Seite trennen. „Das darf nicht passieren“, so Plasberg. „Und dafür müssen wir nun gerade stehen“.

Im Interview erklärt Plasberg auch, welche Konsequenzen er konkret aus dem Skandal ziehen wird. „Wir haben uns mit dem GDV darauf verständigt, die Zusammenarbeit nicht weiter fortzuführen". Dies sei nötig, damit der Skandal die GDV-Veranstaltung nicht überlagert und die Reputation von „Hart aber fair“ nicht unter dem Interessenkonflikt leidet.

Keine privaten Aufträge mehr

Doch Kritik an der Zusammenarbeit will Plasberg nicht gelten lassen. "Wir haben keine Werbung und keine Produktpräsentationen gemacht und uns nicht vor den Karren einer Partei oder eines Konzerns spannen lassen." Schließlich handele es sich bei der GDV-Tagung nicht um eine „Hinterzimmerveranstaltung“, sondern um eine Runde, die für kritische Diskussionen offen sei. 

Im Nachhinein betrachtet sei dieser Auftrag jedoch ein Fehler gewesen, der Ansager & Schnipselmann einen massiven Imageschaden bescherte, so der „Hart aber fair“-Moderator. Aus diesem Grund werde Plasbergs Agentur in Zukunft auf private Aufträge verzichten, um „auch nur den leisesten Anschein von Befangenheit zu vermeiden“. 

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