Headhunter zu Karrierechancen auf dem Fondsmarkt „Mittelgroße Asset Manager werden überflüssig“

Wilhelm-Christian Helkenberg ist Geschäftsführer von Heads. | © Heads

Wilhelm-Christian Helkenberg ist Geschäftsführer von Heads. Foto: Heads

DAS INVESTMENT: Wo sehen Sie die Fondsindustrie in Deutschland zurzeit?

Wilhelm-Christian Helkenberg: Grundsätzlich geht es den Asset Managern noch gut. 2017 und 2018 waren sehr gute Jahre. Neben den bekannten Herausforderungen ETFs, Regulatorik, den sinkenden Margen vor allem im institutionellen Geschäft und Zinsanlagen ohne Rendite – und Gebühren – steigen sehr viele Institutionelle auf illiquide Anlagen um. Hier müssen Asset Manager entsprechende Produkte anbieten.

Hinzu tritt der lange verschlafene Aufbruch in Richtung Digitalisierung, der neue Fertigkeiten und Erfahrungen erfordert. Im größeren Rahmen wird die Konsolidierung unter dem Margendruck weitergehen und mittlere Asset Manager überflüssig machen.

Wird Ihrer Meinung nach die Zahl der Jobwechsel in naher Zukunft zunehmen?

Ja. Einige Besetzungen werden Brexit-bedingt sein, wenn auch nicht viele und deutlich weniger als bei den Banken – Asset Manager tendieren eher zum Administrationsstandort Luxemburg. Ein weiterer Treiber sind die qualitativ höheren Anforderungen in puncto Produkt- und Kundenproblem-Kenntnis bei immer anspruchsvolleren Kunden.

Wo entstehen Ihrer Einschätzung nach künftig vermehrt Stellen: im institutionellen oder Wholesale-Vertrieb?

Klar im institutionellen Bereich. Treiber sind der ständige Anlagedruck der Institutionellen sowie deren immer komplexere Anlagen und höhere Ansprüche an die Beratungsqualität.