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Healthcare-Experte Vinay Thapar
Im Gesundheitssektor findet eine technologische Revolution statt
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Healthcare-Experte Vinay Thapar Im Gesundheitssektor findet eine technologische Revolution statt

Ärzte bei einer Operation
Ärzte bei einer Operation: Das Gesundheitssystem bietet vielfältige Investment-Möglichkeiten | Foto: Imago Images / Cavan Images

Gesundheitsaktien gelten häufig als solides und verhältnismäßig wenig volatiles Investment. Pharmakonzerne, Dienstleister im Gesundheitswesen und Hersteller medizinischer Geräte und Produkte bewegen sich in einem weitgehend konjunkturunabhängigen Markt, bei dem die Nachfrage kaum mit dem wirtschaftlichen Gesamtumfeld korreliert.

In Abschwungphasen am Markt hat der Gesundheitssektor dementsprechend in den vergangenen zwei Jahrzehnten konsistent überdurchschnittlich abgeschnitten. 2022 verzeichneten globale Gesundheitswerte beispielsweise auf Jahressicht ein Minus von 5,4 Prozent auf US-Dollar-Basis und schnitten damit um über 12 Prozentpunkte besser ab als der MSCI World.

Gesundheitsbranche bietet defensive und dynamische Investments

Gleichzeitig ist der wirtschaftliche Erfolg in diesem Segment schon immer stark von Innovationen getrieben. Gesundheitsaktien können das Portfolio deshalb sowohl um defensive als auch dynamische Elemente ergänzen. Zuletzt erhielt der Sektor während der Covid-Pandemie viel Aufmerksamkeit. Das Augenmerk lag in dieser Zeit besonders auf Unternehmen, die an der Entwicklung von potenziellen Impfstoffen beteiligt waren.

Ein einseitiger Fokus auf die Hersteller von Impfstoffen und Medikamenten birgt allerdings Risiken: Zwar kann ein erfolgreich an den Markt gebrachtes Medikament den Wert eines Unternehmens vervielfachen. Doch die Entwicklung neuer Arzneimittel ist ein kostspieliger und unsicherer Prozess, dessen endgültiger Erfolg oder Misserfolg nur schwer vorherzusagen ist. Rund 90 Prozent der potenziellen Medikamente, die in die klinische Erprobung gehen, erhalten nie eine Marktzulassung.

Des Weiteren hat sich das Investmentuniversum im Gesundheitssektor in den vergangenen Jahren stark erweitert. Während im Jahr 2000 noch 82 Prozent der Aktien im Index MSCI World Health Care aus dem Bereich Pharmazeutika kamen, ist deren Bedeutung bis 2022 um die Hälfte auf nur noch 41 Prozent gefallen.

 

 

Quelle Fondsdaten: FWW 2024

 

Im gleichen Zeitraum wuchs der Anteil der Biotechnologie-Firmen im Index von 4 auf 15 Prozent, das Subsegment Ausrüstung und Zubehör von 6 auf 17 Prozent, Gesundheitsdienstleistungen von 8 auf 17 Prozent und das Feld der Life-Science-Dienstleistungen von Null auf 10 Prozent. Gerade diese sehr technologiegetriebenen Bereiche sind häufig noch nicht so stark im Investorenfokus, könnten aber besonders vom Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Robotik und Machine Learning profitieren. Aktuell sehen wir vier große Trends im Gesundheitswesen, die in naher Zukunft eine besondere Dynamik erwarten lassen.

Robotik: Über 10 Millionen durchgeführte Eingriffe

Roboter-gestützte chirurgische Behandlungen gehören zu den Bereichen, die durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz noch einmal einen deutlichen Sprung machen können. Zwar sind die ersten solcher Geräte seit rund zwanzig Jahren im Einsatz. Durch die systematische Analyse und Auswertung der mittlerweile über 10 Millionen durchgeführten Eingriffe mittels einer eigenen KI kann der Hersteller heute aber die Leistung seiner OP-Systeme noch einmal deutlich verbessern und um neue Anwendungsfälle erweitern.

Operateure können auf diese Erfahrungen zugreifen, um die Eingriffe mit noch kleineren Schnitten durchzuführen. Zusätzlich bietet die umfangreiche Datenbank umfangreiches Wissen und Trainingsmöglichkeiten, um die behandelnden Ärzte noch besser auf Anomalien und Komplikationen vorzubereiten. Solche hochpräzisen, KI-gestützten Verfahren verbessern die Ergebnisse, senken die medizinischen Folgekosten und verkürzen potenziell sogar die Aufenthaltsdauer in der Klinik, so dass der Einsatz nicht nur den einzelnen Patienten, sondern dem gesamten Gesundheitssystem zugutekommt.

Digitalisierung: Von Telemedizin bis Gesundheits-App

Viel Potenzial steckt zudem in der weiteren Digitalisierung von Prozessen in der Forschung und im Gesundheitsmanagement. Künstliche Intelligenz wird zum Beispiel eingesetzt, um klinische Daten automatisiert zu erfassen, auszuwerten und zu Mustern zu gruppieren. Auch hier verbessert der Einsatz der KI gleichzeitig die Effizienz, indem sie die manuelle Eingabe ersetzt und das vorhandene Personal entlastet.

 

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