Hedge-Fonds-Manager bei Anruf abgewiesen

Hedge-Fonds gelten als Königsklasse der Investments. Beim gemeinen Volk genießen deren Manager jedoch keinen guten Ruf. Im Gegenteil: Ob Spekulationsblasen, Firmenpleiten oder Finanzkrisen, die Presse und mit ihr die Leser konzentrieren sich bei der Suche nach den Schuldigen nur allzu gerne auf die Erfinder der undurchschaubaren Anlagestrategien. Nun gibt es handfeste Indizien, dass die Superinvestoren auch in Bereichen des öffentlichen Lebens unangenehm auffallen.

So spricht Gradon Carter, Besitzer des Restaurants Waverly Inn & Garden in Greenwich Village und Herausgeber des Lifestyle-Magazins Vanity Fair, ganz offen über seine Abneigung gegenüber Hedge-Fonds-Managern. „Wir bieten wirklich jedem einen Platz in unserem Restaurant“, so Carter. Unerwünscht seien jedoch Stars von Reality-Fernsehshows und Hedge-Fonds-Manager.

„Ich mag keine Gäste, die unhöflich zu unseren Bedienungen sind“, begründet Carter sein inoffiziell ausgesprochenes Hausverbot. Um die ungebetenen Besucher bei der telefonischen Reservierung zu identifizieren, überprüfen seine Mitarbeiter die eingehenden Anrufe auf die Vorwahlnummer 203. Dies verrät ihnen, dass der Anrufer aus dem Südwesten des Bundesstaates Connecticut stammt, einer Gegend unweit von New York, in der verhältnismäßig viele Hedge-Fonds-Manager wohnen. Bleibt zu hoffen, dass die Könige der Finanzbranche an der Börse eine bessere Figur machen, als in gehobenen Gastronomien.