409,3 Milliarden US-Dollar: Um diese Summe ist das weltweit verwaltete Vermögen der Hedgefondsbranche im zweiten Quartal 2026 gewachsen. Das ist der größte Kapitalzuwachs, den ein Quartal in der Geschichte der Branche bislang gesehen hat, wie aus dem aktuellen „HFR Global Hedge Fund Industry Report“ des Analysehauses HFR hervorgeht.

Getrieben wurde der Sprung von Rekordgewinnen in Höhe von 364 Milliarden Dollar sowie geschätzten Nettozuflüssen von 45,2 Milliarden Dollar. Damit übertraf die Branche die bisherige Bestmarke von 290,4 Milliarden Dollar aus dem vierten Quartal 2020 deutlich. Das gesamte verwaltete Vermögen kletterte auf ein Rekordniveau von 5,6 Billionen Dollar.

Nettozuflüsse so hoch wie seit 2007 nicht mehr

Addiert erreichten die Nettozuflüsse der vergangenen drei Quartale 134,4 Milliarden Dollar – der höchste Wert seit 2007. Bereits jetzt liegt diese Summe über dem gesamten Nettozufluss des Kalenderjahres 2025 von 115,8 Milliarden Dollar, das laut HFR das stärkste Zuflussjahr seit 2007 markierte.

„Das aktuelle Umfeld ist eindeutig das stärkste für das Kapitalwachstum der Hedgefondsbranche seit ihrer Gründung“, sagte Kenneth J. Heinz, Präsident von HFR. Trotz des Konflikts um den Iran und begleitender geopolitischer Unsicherheit hätten Risikofreude rund um Technologie- und KI-Investments sowie eine anhaltende Rekordwelle an Börsengängen die Entwicklung getragen.

Technologiefonds und Distressed Debt liefern

Bei der Wertentwicklung lag der HFRI Equity Hedge (Total) Index im ersten Halbjahr mit einem Plus von 9,6 Prozent vorn, angetrieben vom HFRI EH: Technology Index, der um 19,0 Prozent zulegte. Der HFRI Event-Driven (Total) Index wuchs um 7,4 Prozent, wobei der HFRI ED: Distressed/Restructuring Index mit 12,4 Prozent die Substrategie anführte. Der breite HFRI Fund Weighted Composite Index verzeichnete mit 7,5 Prozent das stärkste erste Halbjahr seit 2021.

Großes Geld fließt zu den Großen

Von dem Zustrom frischen Kapitals profitierten vor allem etablierte Adressen: Firmen mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 5 Milliarden Dollar erhielten im zweiten Quartal geschätzte Nettozuflüsse von 38,1 Milliarden Dollar. Mittelgroße Anbieter mit einer bis 5 Milliarden Dollar Vermögen kamen auf 6,3 Milliarden Dollar, kleinere Häuser unter einer Milliarde Dollar auf lediglich 700 Millionen Dollar.

Für das zweite Halbjahr rechnet Heinz mit einer weiteren Beschleunigung der Zuflüsse: Anleger nutzten Hedgefonds zunehmend, um Marktzyklen zu meistern und Portfolios gegen geopolitische Risiken abzusichern.