Helmsauer gegen Helmsauer – es war das Aufregerthema der ersten beiden Monate 2026 im Maklermarkt. Zuletzt ging es um Vorwürfe der Helmsauer-Söhne Bastian und Steffen an den ehemaligen Interims-CEO der Helmsauer Gruppe, einen juristischen Vergleich der beiden Seiten und eine einstweilige Anordnung, die den Helmsauer Verbund zur Namensänderung drang.
Das neue Maklerunternehmen von Bastian und Steffen Helmsauer, die wie ihr Vater Bernd nach einem Streit mit dem schwedischen Investor Nordic Capital die Maklersparte der Helmsauer Gruppe verlassen hatten, operiert mittlerweile unter dem Markennamen Helmsauer Brüder Verbund. Es sitzt wie der Konkurrent und Ex-Arbeitgeber in Nürnberg.
Erst Widerspruch, jetzt Berufung
Doch mit der Namensänderung ist die juristische Auseinandersetzung keineswegs beendet. Das deutete sich schon Mitte Februar an, als Bastian Helmsauer für den Verbund mitteilte, das man gegen die aus eigener Sicht falsche einstweilige Verfügung des Landgerichts Nürnberg-Fürth bereits Widerspruch eingelegt hat.
Doch dieser Widerspruch war nicht erfolgreich, wie DAS INVESTMENT Versicherungen jetzt exklusiv vom älteren der beiden Helmsauer-Brüder erfuhr. Das sei aber keine Überraschung gewesen, da über den Widerspruch immer genau der Richter entscheide, der auch die einstweilige Verfügung selbst erlassen hat. Mittlerweile haben die Brüder Berufung eingelegt, sodass das Verfahren laut Bastian Helmsauer vermutlich ans Oberlandesgericht verwiesen wird. Eine Entscheidung stehe aus und könne auch noch dauern.
Firmennamen und Werbeaussagen im Fokus der Auseinandersetzung
Um zu verstehen, worum es geht, hilft ein Blick in die damalige Stellungnahme der Helmsauer Gruppe: „Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat am 9. Februar 2026 auf Antrag der Helmsauer Gruppe einstweilige Anordnungen gegen die Helmsauer Versicherungsmakler GmbH getroffen. Das Gericht untersagte dem Helmsauer Verbund unter anderem die Verwendung bestimmter Bezeichnungen und Werbeaussagen, die geeignet sind, Verwechslungen mit der Helmsauer Gruppe hervorzurufen. Die Umfirmierung in Helmsauer Brüder Verbund nehmen wir zur Kenntnis.“
Auf diese zunächst einmal juristische Niederlage hat der Helmsauer Brüder Verbund bei den Werbeaussagen nach eigenen Angaben bereits reagiert. So habe die Helmsauer Gruppe auf der Website des Verbunds die Formulierung „seit Generationen“ im Zusammenhang mit dem Unternehmen gestört, da dieses erst ganz neu am Markt ist. Nach Aussage von Bastian Helmsauer hat man den Text bereits geändert. Er beziehe sich jetzt auf das Handeln der eigenen Familie seit Generationen.




DAS INVESTMENT Versicherungen wollte von der Helmsauer Gruppe wissen, ob alle monierten Werbeaussagen zwischenzeitlich in der aus eigener Sicht geforderten Art und Weise abgeändert wurden. Eine Antwort erhielten wir nicht.
Keine Antworten der Helmsauer Gruppe zum Namensstreit
Viel wichtiger ist laut Bastian Helmsauer aber die Frage des Firmennamens. Hier gehe es der Gegenseite um die Bezeichnung der Gesellschaft Helmsauer Versicherungsmakler GmbH. Dieser sei dem Konkurrenten zu ähnlich zum Namen der eigenen Gesellschaft namens Helmsauer & Kollegen Assekuranzmakler AG. „Wir wollten einen gütlichen Vergleich auch bezüglich der Firmierung, aber das wollte die Gegenseite nicht“, sagt er jetzt im Gespräch mit unserer Redaktion. Damit ist klar: die Namensänderung in Helmsauer Brüder Verbund reicht der Gegenseite nicht.




Aus rechtlicher Sicht sind die Brüder überzeugt, den Familiennamen grundsätzlich verwenden zu können. Die Helmsauer Gruppe habe sich zu den Bedingungen, die man an eine Namensverwendung stellt oder in welchen Kombinationen der Konkurrent den Namen nutzen kann, vor Gericht angeblich nicht geäußert, kritisiert Bastian Helmsauer. Auch zu diesem Thema blieben unsere Nachfragen an die Helmsauer Gruppe unbeantwortet.
Sorge um den Familiennamen
Bastian Helmsauer sieht in dem juristischen Vorgehen gegen sein Unternehmen einerseits taktische Spielchen, die ihm und seinem Bruder die Ausübung ihrer Geschäftstätigkeit schwer machen sollen. Andererseits fürchtet er auch eine immer weitergehende Einschränkung der Nutzung des eigenen Familiennamens.
Dabei räumt er ein, dass die konkrete Firmenbezeichnung am Ende für Kunden unerheblich sei. Offenbar ist bei ihm aber ein persönlicher Nerv getroffen, denn Bastian Helmsauer sagt, dass es ihm wegen des Familiennamens mittlerweile ums Prinzip geht: „Ich würde allein deswegen bis zum Bundesgerichtshof gehen.“
Geschäftsentwicklung soll bisher sehr erfolgreich sein
All das drängt die Botschaften, mit denen der Helmsauer Brüder Verbund vor einigen Tagen an die Öffentlichkeit ging, derweil in den Hintergrund. Dabei stand vor allem die Absicht, die bisherige Geschäftsentwicklung als großen Erfolg darzustellen, im Mittelpunkt.
So habe bis zum März der Helmsauer Brüder Verbund eine Marke von fünf Millionen Euro Bestand überschritten. Dabei handelt sich nach Nachfrage von DAS INVESTMENT Versicherungen sowohl um Mandanten der bisherigen Helmsauer Gruppe als auch neu akquirierte Kunden. Ziel seien dabei ausschließlich Vollmandate. Zudem lägen nach Gesprächen mit Versicherern über 40 unterzeichnete Courtagezusagen vor.
Viele der neuen Standorte sind alte Helmsauer-Strandorte
Das Unternehmen habe zudem mittlerweile Standorte in Nürnberg, Minden, Monheim bei Wemding, Wuppertal und Köln eröffnet. In Bremen, Berlin, München und Bielefeld befänden sich die Mietvertragsverhandlungen in fortgeschrittenem Stadium.
Zur Frage, ob dies auch Standorte der Helmsauer Gruppe seien, gibt Steffen Helmsauer eine für einen langjährigen Mitarbeiter des Unternehmens verblüffende Antwort: „Wo die Helmsauer Gruppe heute vertreten ist, wissen wir nicht.“ Tatsächlich dürften sich von den genannten neun Standorten sieben mit denen der Helmsauer Gruppe überschneiden und ein Beleg dafür liefern, wie sehr man um die gleiche Kundschaft ringt.
Auch beschäftigt das neue Maklerunternehmen seit März mehr als 40 Mitarbeiter und wachse personell weiter. Wie viele davon genau von der Helmsauer Gruppe wechselten, will Steffen Helmsauer nicht beantworten. Seine Antwort: „Ein Großteil“. Auf weitere Nachfrage sagt er, dass alle Schlüsselpositionen schon besetzt seien. Das ist insoweit bemerkenswert, als der Verbund vormals eine Zahl von 120 Beschäftigten als Zielgröße zum Jahresende nannte. Tatsächlich sucht das Unternehmen laut Firmenwebsite nur noch Kundenbetreuer.
Parallel entwickele man auch die Helmsauer Brüder Zeichnungsstelle, welche im Unternehmensverbund als Assekuradeur fungiert, weiter. Mehrere Risikoträger hätten ihr Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet. „Derzeit laufen die Verhandlungen zu Wording und Pricing in den jeweiligen Sparten, mit dem ersten Risikoträger wurde die Assekuradeurs Vereinbarung schon geschlossen“, heißt es in der Mitteilung. Im Bereich der betrieblichen Vorsorge habe das Unternehmen vier Mandate hinzugewonnen.
