Henderson Horizon American Equity

„Mittelgroße Unternehmen bieten die besten Kaufgelegenheiten”, erklärt Nicholas Cowley. Er managt gemeinsam mit Antony Gifford den Henderson Horizon American Equity (WKN: 982 674). Der Fonds darf in alle US-Unternehmen mit einem Börsenwert von mindestens einer Milliarde US-Dollar investieren. Neben Standardwerten stecken relativ viele mittelgroße Aktiengesellschaften in dem vergleichsweise konzentrierten Fondsportfolio aus derzeit 45 Aktien.

„Hier können wir die Antreiber der langfristigen Kursentwicklung entdecken“, so Cowley. „Denn sie werden nur von vergleichsweise wenigen Analysten beobachtet.“ Mehr als die Hälfte der Unternehmen im S&P 500 sind Firmen mit einem Börsenwert zwischen 5 und 20 Milliarden US-Dollar. Sie werden durchschnittlich von nur 16 Analysten beobachtet, im Vergleich zu 26 bei den 5 Prozent der Unternehmen im Index mit einem Börsenwert von mehr als 100 Milliarden US-Dollar.

„Unser Ziel ist es, unter den weniger stark beachteten Aktien die Börsenstars von morgen zu finden“, so Cowley. Der Wissensvorsprung bei den mittelgroßen Firmen macht sich bezahlt: Auf Jahressicht liegt der Fonds mit einer Wertentwicklung von 8,1 Prozent auf Euro-Basis deutlich vor dem S&P 500 mit -5,7 Prozent. In den vergangenen drei Jahren stieg der Fondswert um 34,9 Prozent, beim S&P 500 waren es 17,9 Prozent. Die Rating-Agentur Morningstar gibt dem Fonds dafür ihre Bestnote von fünf Sternen.

Die Renditeunterschiede gegenüber dem Index ergeben sich unter anderem daraus, dass der Fonds die Branchen der US-Wirtschaft über- oder untergewichtet. Derzeit ist der Sektor Alltags-Konsumgüter gegenüber dem S&P 500 am stärksten übergewichtet, und zwar um rund 10 Prozent. Mehr als 17 Prozent des Fondsvermögens von 35 Millionen Euro stecken in Aktien von Firmen wie dem Zigarettenhersteller Carolina Group. Dessen Mentholzigaretten sind bei US-Bürgern so beliebt, dass ihr Konsum auch einen drohenden Konjunktureinbruch überstehen dürfte.

In der Finanzbranche sind Cowley und Gifford dagegen am stärksten untergewichtet: 11 Prozent sind es bei ihnen, knapp 20 Prozent im Index. „Banken befinden sich in einem sehr hart umkämpften Markt“, erklärt Cowley. Daher sei hier die Gewinnmarge geringer als in Märkten, die vor Wettbewerb geschützt sind. Als Beispiel für einen erfolgreichen Nischenanbieter nennt Cowley den Schuhfabrikanten Crocs.

Crocs stellt bunte Kinderschuhe aus Plastik her, die besonders bei amerikanischen Kids angesagt sind. In die Crocs-Aktie investierte der Fonds schon beim Börsengang des Unternehmens Anfang 2006. Inzwischen hat sich der Kurs versechsfacht. Solche Geheimtipps finden Cowley und Gifford über ihre Aktiensuche, die sich nur an den Fundamentaldaten der Unternehmen – vor allem den Gewinnprognosen – ausrichtet.

Die beiden Manager besuchen pro Jahr mindestens 20 US-Firmenchefs, um die Fähigkeiten der Unternehmenslenker besser einschätzen zu können. Bevor sie in die Firmen investieren, warten sie auf Ereignisse, die zu steigenden Kursen führen können. Dazu zählen Umstrukturierungen und Auslagerungen von Unternehmensteilen. Verkauft werden die Aktien, wenn sie ihr Kursziel erreicht haben oder sich die Fundamentaldaten der Unternehmen ändern.

Wer in den Fonds investieren möchte, muss einen Ausgabeaufschlag von bis zu 5 Prozent zahlen. Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt 1,2 Prozent. Außerdem wird eine 10-prozentige Erfolgsgebühr auf den Teil der Fondsrendite erhoben, der über der Wertentwicklung des S&P 500 liegt. Eine Ausnahme gilt, wenn der Index ins Minus rutscht: Für die Berechnung der Erfolgsgebühr zählt dann nur die positive Fondsrendite.

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