Der Rückzug des Fonds liegt Lang zufolge weniger am Thema selbst als an der Fondshülle: „Ich glaube, wir waren mit diesem Produkt zu früh dran“, wird Lang zitiert. Eigentlich sei der Markt reif und Solarenergie wichtiger denn je. „Nur mit dem Eltif tun sich viele Investoren noch schwer“, interpretiert Lang das maue Anlegerinteresse.
Weniger als eine Million Euro im Fonds
Demnach habe der Hep-Eltif bislang gerade einmal eine knappe Million Euro eingesammelt, laut der Fondsdatenbank FWW waren es sogar nur rund 600.000 Euro. Der Fonds habe bislang allerdings auch noch keine Investitionen getätigt, daher könnten die Anleger ihr Geld vollständig zurückerhalten, sagte Lang. Die angefallenen Kosten wolle Hep selbst übernehmen.
Die Vertriebsunterlagen für den Fonds sind einstweilen bei der beteiligten Service-KVGHansainvest weiter abrufbar - solange noch Anleger investiert seien.
Die Fondsauflegung vermeldet hatte Hep Ende Juli 2025. Der Hep Solar Invest startete als European Long-Term Investment Fund nach der Elrif-2.0-Regulierung. An dem offenen alternativen Investmentfonds sollten sich sowohl private als auch professionelle Anleger mittelbar an der Entwicklung, dem Bau und dem Betrieb von Photovoltaik- und Speicherprojekten beteiligen können, mit geografischem Fokus auf Europa, Kanada, die USA und Japan.
Als Artikel-9-Fonds nach der EU-Offenlegungsverordnung fixierte sich der Hep-Eltif vorrangig auf das Umweltziel Klimaschutz im Sinne der Taxonomie-Verordnung. Anleger sollten bereits ab 25 Euro per Sparplan einsteigen können. Die Luxemburger Hansainvest-Tochter Hansainvest Lux fungierte als Initiator, die Hep Kapitalverwaltung als Fondsberater.
Vertriebsanläufe ohne Erfolg
Impulse, um den Fonds für Anleger noch zusätzlich schmackhaft zu machen, hat es seither mehrere gegeben. So startete Hep Ende Januar 2026 eine Kooperation mit der Plattform Fondssupermarkt des Fondsvermittlers Infos. Dort sollte der Eltif ohne Ausgabeaufschlag und ab 1.500 Euro Depotvolumen auch ohne Depotgebühren erhältlich sein. Auch mit dem Berliner Wealthtech Nao schloss Hep eine Kooperation: Der Eltif sollte digital über die Nao-App zeichenbar werden – ab einem Euro Anlagesumme.
Damit wollte die Hep KVG nach eigener Auskunft den Fonds einem deutlich breiteren, auch kleineren Anlegerkreis öffnen und ihre Vertriebswege um einen direkten Endkundenkanal erweitern. Wie sich nun zeigt, scheiterte das Vorhaben: Es kam nicht genügend Kapital zusammen.
Verantwortlich für den Vertrieb des nun gestoppten Eltifs war von Anfang an Oliver Lang, der zum 1. Mai 2025 mit genau diesem Auftrag zur Hep Vertrieb GmbH gewechselt war. Langs Start fiel in eine Phase größerer struktureller Umbrüche im Hep-Konzern: Zum Jahreswechsel 2024/2025 war die Hep Kapitalverwaltung AG (die KVG, die den Eltif betreut) von der Hep Global GmbH abgespalten und in die Green Sun Investments Holding GmbH überführt worden – seither sind Projektentwicklung (Hep Global) und Investmentgeschäft (KVG) gesellschaftsrechtlich voneinander getrennt.
Über Hep
Unstimmigkeiten gab es zwischenzeitlich mit der Ratingagentur Scope: Diese hatte im August 2025 ihr Asset-Management-Rating für die Hep KVG zurückzogen – laut Scope, weil Unterlagen für das Monitoring nur verspätet und unvollständig eingereicht worden seien. Ein neues Rating hat Scope bislang nicht erstellt.
Neben dem Eltif bietet Hep auch andere Formen von Solar-Investments an. Die 2008 gegründete Gesellschaft aus dem baden-württembergischen Güglingen entwickelt, baut, betreibt und finanziert Solarparks weltweit, Schwerpunkt sind Deutschland, Japan und Nordamerika. Mit 200 Mitarbeitern ist Hep neben Deutschland auch mit Niederlassungen in Polen, Italien, den USA und Kanada vertreten.
Iris Bülow ist Redakteurin Print und Online bei DAS INVESTMENT und dem private banking magazin. Dort beschäftigt sie sich schwerpunktmäßig mit Fonds, Finanzberatung und Regulierung. Vorher war sie mit Schwerpunkt Wirtschaft und Steuern für einen Hamburger Fachverlag tätig gewesen. Redaktionelle Erfahrung hat sie außerdem bei einem wissenschaftlichen Institut für internationale Schulbuchforschung gesammelt. Bülow hat Geschichte, Slavistik und Osteuropawissenschaft (VWL) an der Universität Hamburg studiert.
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