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Umfrage unter KMU-Unternehmen
Gewerbeversicherungen: Das sind die größten Kritikpunkte der Firmenkunden
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Umfrage unter KMU-Unternehmen Gewerbeversicherungen: Das sind die größten Kritikpunkte der Firmenkunden

Polstererwerkstatt
Polstererwerkstatt: Viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind mit ihren Gewerbeversicherern mehrheitlich zufrieden, aber nur sehr selten von ihnen begeistert, zeigt eine qualitative Marktstudie von Heute & Morgen. Befragt wurden Entscheider in Betrieben aus den Branchen Bau und Handwerk, Dienstleistungen, Handel sowie produzierendes Gewerbe. | Foto: topview / Pixabay

„Aktuell herrscht oft noch eine große Distanz zwischen den Versicherungsgesellschaften und den Firmenkunden“, beobachten die Branchenanalysten von Heute & Morgen. Einerseits stehe jeweils ein Versicherungsvermittler oder -makler zwischen den Beteiligten. Andererseits fühlen sich insbesondere kleine Unternehmen (KMU) von den Versicherern oft nicht ausreichend ernst genommen. Das zeigt die qualitative Marktstudie „Firmenkunden verstehen und begeistern“ des Kölner Marktforschungs- und Beratungsinstituts, für die deutsche KMU-Inhaber und Geschäftsführer ausgiebig interviewt wurden. Die Gewerbekunden sind demnach allenfalls zufrieden mit ihren jeweiligen Anbietern, aber nur selten begeistert. 

Versicherungen Zeitfresser für Firmenkunden 

Axel Stempel
Axel Stempel © Heute und Morgen GmbH

Um das zu verändern, sollten Versicherer ihre Kontaktpunkte mit den Firmenkunden effizienter gestalten. Im Alltag werden die Schriftwechsel nämlich oft als lästige Zeitfresser erlebt, die Kunden schnell verärgern können. Konkret wünschen sich viele Firmen, dass Formulare wie Jahresmeldungen vereinfacht und vorausgefüllt werden. Prämienberechnungen sollten übersichtlicher und einheitlicher sein und die spartenspezifischen Einzelrechnungen zusammenfassen. Beim Kontakt mit dem Service-Center des Anbieters müsse die Weitergabe von Kundeninformationen verbessert werden. Und: „Auch eine stärkere Branchenexpertise könnte die Kommunikation im Alltag erleichtern“, erklären die Studienautoren. 

Hoher Aufwand hemmt Verbreitung der bAV 

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Auch bei der Verwaltung von Verträgen zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) wünschen sich die Gewerbekunden weniger Aufwand und mehr Service von den Versicherern. In der Praxis führen der befürchtete Arbeitsaufwand sowie Unsicherheiten zu beispielsweise Haftungsfragen dazu, dass die bAV in den Firmen gar nicht aktiv angeboten wird und damit weit unter ihrem Potenzial bleibt. Das gilt laut Heute & Morgen zwar insbesondere für kleine Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern, teilweise aber auch für größere mit 50 oder mehr Beschäftigten. Weil alle KMU in der Summe mehr als 95 Prozent der rund 3,2 Millionen Betriebe am deutschen Markt für Gewerbeversicherungen ausmachen, bieten sie der Assekuranz ein großes Vertriebspotenzial

Mehr Übersichtlichkeit bei Policen gewünscht 

Viele Unternehmer bemängeln auch einen fehlenden Überblick bei ihren Versicherungen. Das betrifft einerseits die laufenden Verträge und Rechnungen, die beispielsweise Angaben zu den versicherten Risiken und Kosten enthalten. Andererseits fehlen häufig aber auch Daten zu ehemaligen Policen und eingereichten Schadensfällen. Hier könnten digitale Kundenportale in der Theorie zwar Abhilfe schaffen. Doch diese nutzen die befragten KMU-Chefs in der Praxis immer noch nur sehr selten, weil sie die Nutzerfreundlichkeit als mangelhaft beschreiben und darin keine Mehrwerte erkennen. Stattdessen sollten sich die Online-Angebote der Assekuranz stärker an den tatsächlichen Bedarfen der Gewerbekunden orientieren. 

 

„Versicherer, die sich im Gewerbekundenmarkt zukünftig stärker profilieren wollen und die vorhandenen Potenziale besser ausschöpfen möchten, sollten die alltäglichen Belange, Erwartungen und Wünsche der Firmenkunden insgesamt noch besser verstehen und dafür passende Lösungen anbieten“, sagt Axel Stempel, Geschäftsführer bei Heute & Morgen. „Zentral ist dabei auch eine Grundhaltung, die auch kleinere Kunden ernst nimmt und eine Rolle als bedarfsorientierter, unterstützender Partner einnimmt – ohne aufdringlich oder bevormundend zu sein.“ Eine „reine Verkaufsorientierung von Standardlösungen“ reiche nicht, um KMU-Chefs mit wenig Versicherungswissen und hohem Beratungsbedarf zur finanziellen Absicherung als Neukunden zu gewinnen. 

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