Tina Stroh (Gastautorin)Aktualisiert am 19.02.2021 - 16:50 UhrLesedauer: 5 Minuten
ANZEIGE

„High Jewellery“ Wann sich Schmuck als Geldanlage eignet

Seite 2 / 2

Vorteile

  • Wertstabil - in den Schmuckstücken werden hochwertige Edelmetalle und Diamanten verarbeitet, die für sich bereits einen relativ hohen Kurswert besitzen. Wird der Schmuck auf dem normalen Weg veräußert, bleibt zumindest dieser »Restwert« erhalten.
  • Praktisch - die Geldanlage erfordert nicht viel eigenes Zutun. Es ist nicht notwendig, die Kurse im Blick zu behalten, sich um Fonds oder Immobilien zu kümmern. Der Schmuck ist einfach als stille Anlage vorhanden.
  • Zur Umwandlung geeignet - wer vorhandenes Festgeld in eine andere Wertform umwandeln möchte, ist mit High Jewellery gut beraten.

Nachteile

  • Verkauf - die Schmuckstücke können oft nur an spezielle Händler verkauft werden, bei denen die Preise variieren. Beim Verkauf muss unbedingt ein Zertifikat vorgezeigt werden, denn die Echtheit und der legale Besitz des Schmuckstücks müssen dem Händler nachgewiesen werden können. Fragt er nicht danach, sollte von einem solchen Händler Abstand genommen werden.
  • Verkaufswert - der Verkaufswert kann schwanken und mit Pech deutlich von dem eigentlichen Kaufpreis abweichen. Gerade individuell angefertigte Schmuckstücke sind zwar einzigartig, werden von vielen Händlern jedoch nicht mit dem angedachten Wert bedacht.
  • Kosten - für die Lagerung fallen Kosten an. Die Schmuckstücke sollten nicht zu Hause aufbewahrt, sondern in einem Schließfach geschützt werden. Dafür fallen wiederum Kosten an.
  • Langwierige Veräußerung - High Jewellery eignet sich nicht, um bei Bedarf Wertgegenstände schnell in Bargeld zu verwandeln. Der Verkaufsprozess zieht sich oft über Wochen hin, da auch Händlerangebote miteinander verglichen werden müssen.

Für Kleinanleger oder ganz allgemein Menschen, die nach guten Anlagemöglichkeiten für die eigene Altersabsicherung suchen, scheinen diese Schmuckstücke aufgrund der schwierigen Verkaufslage und des wahrscheinlichen Verlusts gegenüber dem Kaufpreis nur bedingt geeignet zu sein. Wer dagegen High Jewellery erbt oder generell über ein größeres Vermögen verfügt, kann diese Fragen eher ausblenden.

Ähnliches trifft auch auf Luxusuhren zu: Nur wenige Besitzer steigern durch die Uhren dauerhaft ihr Vermögen – was nicht zuletzt daran liegt, dass die Uhren oft mit Händlermargen von bis zu 60 Prozent verkauft werden.

Geeignet für die Geldanlage falls bereits vorhanden

Bei Kaufsummen, die schnell auch einen mittleren sechsstelligen Betrag erreichen können, scheint die Geldanlage High Jewellery überwiegend für Vermögende und Erben geeignet zu sein. Für den kleineren Anleger ist der Wiederverkauf häufig kompliziert und verlustreich.

Wer allerdings sehr wertvolle Schmuckstücke bereits in seinem Besitz hat, könnte sie aufbewahren und gleichzeitig ein Gutachten erstellen lassen. Denn es ist ratsam, bereits vor einem möglichen Verkauf umfangreiche Informationen einzuholen und Händler miteinander zu vergleichen. Zumindest auf eines dürfte Verlass sein: Die Schmuckstücke bescheren vermutlich nie einen Totalverlust. Denn auch wenn bei ihrem Verkauf oft nur eine Summe unterhalb des Anschaffungspreises erzielt wird – allein dem verarbeiteten Material wird ein gewisser Wert beigemessen, den der Verkäufer dann in Geld verwandeln kann.

Mehr zum Thema
Kauf, Lagerung und Verkauf„Diese 3 Punkte sollten Silber-Anleger beachten“ BLI-Investmentchef Guy Wagner8 Argumente sprechen langfristig für Gold ANZEIGESachwerte als AlternativeWie sich in Wein investieren lässt