Der im Mai vergangenen Jahres aufgelegte Acatis Euro High Yield (ISIN: DE000A414ZP8) ist ein aktiv gemanagter europäischer Hochzinsanleihenfonds, der auf hochwertige Emittenten und eine Fundamentalanalyse setzt, um überdurchschnittliche risikoadjustierte Renditen zu erzielen. Über einen Marktzyklus soll folgendes Renditeziel erreicht werden: Euro Short-Term Rate +3 Prozent, was derzeit knapp 5 Prozent bedeutet.

Als Benchmark dient der „ICE BofA BB-B Euro High Yield Non-Financial Fixed & Floating Rate Constrained Index.“ Der Finanzsektor wird bei der Allokation nicht berücksichtigt und Währungsrisken werden abgesichert. Der Fonds ist in Bezug auf die Nachhaltigkeit ein Artikel-8-Fonds.

Anleihen, die mit einem High Yield Rating versehen sind oder gar kein Rating haben, machen mindestens 70 Prozent des Portfolios aus (50 bis 70 Titel). Der Rest wir auf die Kasse und/oder Anleihen mit Investment Grade Rating verteilt.

Der Leitgedanke

Der Leitgedanke des Fonds lautet „Qualität trifft Rendite“. Acatis sieht sich wie auf der Aktienseite auch bei den europäischen High Yields als Value-Investor. Man investiert in gute Unternehmen mit vertrauenswürdigem Management und komfortabler Schuldendeckung, vermeidet hingegen übermäßige Verschuldung und sucht auch gezielt nach Preisineffizienzen am europäischen High Yield Markt.

Der Investmentprozess: Anlagegrundsätze

Acatis folgt hier drei Investmentprinzipien: Value, antizyklisch und Geduld. Genauer: Value bedeutet, dass die Anleihen im Idealfall eine Rendite erzielen sollen, die im Verhältnis zu dem eingegangenen Risiko überdurchschnittlich ist. Das heißt, die Vergütung für die Investments ist so gestaltet, dass sie das mögliche Risiko – insbesondere das Risiko eines teilweisen oder vollständigen Ausfalls der Forderungen – übersteigt und absichert.

Deshalb wird bei jedem Investment sorgfältig geprüft, ob sich die Investition lohnt und das eingegangene Risiko dabei angemessen bleibt. Antizyklisch bedeutet, dass man in Phasen der Euphorie eher zurückhaltend investiert, während in Phasen mit negativem Sentiment gezielt Chancen genutzt werden.

Und mit Geduld ist gemeint, dass man auch mal mit einer höheren Kassequote eine gewisse Zeit überbrückt, bis es dann wieder attraktive Opportunitäten am Markt gibt. Es wird nicht um jeden Preis gekauft, um voll investiert zu sein. Allokierte Anleihen sollen bis zur Endfälligkeit gehalten werden.

Der Investmentprozess: Fundamentalanalyse

Man betrachtet jede Anleihe aus der Sicht eines Eigentümers. Es wird eine tiefgreifende Finanzmodellierung gemacht, und bewertet wird die komplette Kapitalstruktur eines Unternehmens, also auch die Eigenkapitalseite. Vor allem liegt der Fokus darauf, wieviel mit einer Anleihe verloren werden kann (Downside Risk), wenn etwas nicht so läuft wie vorgesehen. Die Ausnutzung von Ineffizienzen (zum Beispiel Rating-Veränderungen) am Markt gehören ebenfalls zur Fundamentalanalyse.

Der Investmentprozess: Portfoliokonstruktion

Allokiert werden 50 bis 70 Emittenten, was aus Sicht von Acatis eine ausreichende Diversifikation darstellt. Im Rahmen der Portfoliokonstruktion gibt es sogenannte Investmentquadranten, die dafür sorgen, dass das Portfolio ausgewogen strukturiert ist. Mit Blick auf das Risikomanagement werden in aller Regel keine Derivate eingesetzt, letztendlich stellt die Fundamentalanalyse und das sorgfältige Auswählen der Anleihen das Risikomanagement dar.

Ein Kernbaustein: Die ABC-Analyse

Nachdem die quantitative, qualitative und titelspezifische Analyse abgeschlossen ist (siehe Grafik) und alle relevanten Daten vorliegen, füttert man damit die ABC-Analyse, um herauszufinden, ob man für das Risiko auch entsprechend entlohnt wird. ABC steht für das optimistische Szenario (A), Basisszenario (B) und das pessimistische Szenario (C).

Zum optimistischen Szenario gehört zumeist das, was der Fondsmanager von den Unternehmenslenkern zu hören bekommt. Das Basisszenario ist das, wovon das Fondsmanagement ausgeht und beim pessimistischen will man wissen, was passiert, wenn etwas schiefgeht. Den daraus resultierenden Erwartungswert setzt man relativ zur Volatilität und bekommt so das Ergebnis, wie attraktiv (risikoadjustiert) die jeweilige Anleihe ist.

Die vier Investmentquadranten

Ziel ist es, die Gewinner unter den Anleihen zu finden und die Verlierer (geringe Rendite, hohes Risiko) zu meiden. Dies soll durch die beschriebenen intensiven Prüfungen sichergestellt werden Die Verlierer bezeichnet Acatis auch als „Haie“.

Darüber hinaus werden die Anleihen und Emittenten gesucht, die überdurchschnittliche risikoadjustierte Renditen aufweisen („Einhörner“). Diese machen einen größeren Teil des Portfolios aus. Dann gibt es noch die Schildkröten und das Chamäleon.

Schildkröten sind Anleihen, die überaus liquide sind, ein kleines Kreditrisiko haben, allerdings auch nur eher niedrigere Erträge bieten. Und das Chamäleon steht für Anleihen mit hohen Renditeerwartungen und hohen Kreditrisiken.

Durch das sorgfältige Research soll bei dieser Art von Anleihen das Risiko reduziert werden. Diese Vorgehensweise, unkorrelierten Anleihen miteinander zu kombinieren, soll am Ende für eine Ausgewogenheit sorgen, die dem Portfolio die angestrebte Stabilität verleiht.

Die Duration spielt bei dem Fonds nur eine sehr geringe bis gar keine Rolle, wie Fondsmanagers Tobias Engl erläutert: „Die Duration des Fonds soll stets in etwa der Marktduration entsprechen, die derzeit bei rund 2,5 Jahren liegt. Ich möchte keine Durationswetten im Portfolio eingehen. Investoren erhalten bei uns eine gezielte Auswahl der besten europäischen Hochzinsanleihen – und keine Zinsspekulation.“

Aus seiner Sicht hat sich der High-Yield-Markt in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich weiterentwickelt und stark vergrößert, das Volumen liege mittlerweile bei rund 350 Milliarden Euro. Ein Vorteil für die Liquidität – auch wenn High Yield nach wie vor eine vergleichsweise illiquide Assetklasse bleibe.

Auf Portfolioebene unterteilt er die Anleihen in vier Investmentquadranten: Ein Quadrant umfasst Titel mit hoher Rendite, aber geringerer Liquidität; ein anderer beinhaltet Anleihen mit niedrigerer Rendite, dafür aber hoher Handelbarkeit. Auf diese Weise lasse sich ein ausgewogenes Portfolio konstruieren, das jederzeit flexibel auf neue Chancen oder Risiken reagieren kann.

Die geografische Diversifikation innerhalb Europas beachtet Engl insofern, wie gut Gläubigerrechte durchgesetzt werden können: „Frankreich meide ich klar, während Deutschland in dieser Hinsicht deutlich gläubigerfreundlicher ist.“

    • Sektor: Rentenfonds Unternehmensanleihen höherverzinst Europa Euro
    • Auflegung: 21.05.2025
    • Ertragsverwendung: thesaurierend
    • Fondsgesellschaft: Acatis Investment
    • ISIN: DE000A414ZP8
    • Max. Ausgabeaufschlag: 3,00%
    • Performance YTD: 0,83%
    • Performance 1 Jahr: -
    • Performance 3 Jahre: -
    • Performance 5 Jahre: -
    • Performance 10 Jahre: -
    • Sum. lfd. Kosten: 0,80%
    • Volumen in Mio. EUR: 9