Wasserstoff-Ballon: Bis zu acht Passagiere sollen damit bis an den Rand des Weltraums  reisen können.    Foto: imago images/Cover-Images

Himmelsstürmer oder Momentum-Monster

Die zwei Seiten von Wasserstoff-Investments

Nicht wenige dürften sich noch an den Klassiker aus den ersten Stunden des Chemie-Unterrichts erinnern: Mit Hilfe von Strom in einem Mini-Aquarium Wasser zerlegen. Das als Elektrolyse bekannte Verfahren verwandelt das nasse Element, also H2O, in seine zwei gasförmigen Bestandteile Sauerstoff O und eben Wasserstoff H. So weit, so langweilig, könnte man denken, aber weit gefehlt: Wasserstoff mausert sich gerade zum neuen Stern am Energie-Himmel.

So hat etwa die Bundesregierung jüngst knapp 10 Milliarden Euro locker gemacht, um den Einsatz des farb- und geruchlosen Gases zu forcieren. Insbesondere die emissionsfreie Produktion mithilfe erneuerbarer Energie will die Politik fördern. Dieser sogenannte grüne Wasserstoff kommt ohne fossile Energieträger wie Erdgas aus, das bislang häufig zur H-Gewinnung dient. Von dem Schul-Experiment ist die reale Produktion nicht weit entfernt, zumindest die des umweltschonenden Wasserstoffs. Alles läuft in größerem Maßstab ab, die Stationen sind aber die gleichen (siehe Abbildung).

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Damit ließe sich auch ein weiteres Problem der Energiewende lösen: Das effiziente Speichern von Wind-, Sonnen- und Wasserkraft. Die Internationale Energieagentur sieht in Wasserstoff sogar schon den Durchbruch für saubere Energiespeicher. „Grüner Wasserstoff ist das Erdöl von morgen. Der flexible Energieträger ist unverzichtbar für die Energiewende und eröffnet uns neue Märkte“, sagt Anja Karliczek.

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung will Deutschland mit einer nationalen Wasserstoffstrategie zu einem globalen Vorreiter machen. Ihr Amtskollege aus dem Wirtschaftsministerium, Peter Altmaier, springt ihr zur Seite und spricht von einem Schlüsselrohstoff, der für einen geringeren Kohlendioxidausstoß vieler Volkswirtschaften unverzichtbar sei. Zuvor muss aber die Produktion weiter zunehmen, um die derzeit rund 25 Prozent höheren Kosten der umweltfreundlichen Wasserstoff-Erzeugung zu senken.

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